Standmitteilungen: Diese 5 Versicherer erfüllen die Vorgaben

Versicherungen Meistgeklickt von Martin Thaler

Jährlich werden sie verschickt, um den Besitzern von Lebensversicherungsverträgen wichtige Informationen zu liefern. Doch oftmals erfüllen Standmitteilungen nicht einmal den gesetzlichen Vorschriften, so eine neue Studie.

Die R+V-Versicherung gehört zu den fünf Unternehmen, die laut PiL alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen.

Die R+V-Versicherung gehört zu den fünf Unternehmen, die laut PiL alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Foto: R+V

Die jährlichen Standmitteilungen dienen dazu, die Kunden von Lebensversicherungen über ihr erreichtes Vorsorgevermögen und die zu erwartende Rente zu informieren. Der Kunde soll auf diese Weise seine Vorsorge besser planen können.  

Dies ist zumindest der Gedanke hinter den Standmitteilungen. In der Realität sieht die Sache ein wenig anders aus, wie nun eine Untersuchung des Policenkäufers Partner in Life (PIL) ergab. Hierzu untersuchten die PIL-Forscher Standmitteilungen der 35 größten Lebensversicherer (nach Beitragssumme), die 90 Prozent des Marktes abdecken.  

Das Ergebnis fällt aus Sicht der Versicherer äußerst bescheiden aus. Gerade einmal fünf Unternehmen (Volkswohlbund, R+V, PB Lebensversicherung, Debeka und Axa) erfüllen vollumfänglich die gesetzlichen Vorgaben laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Die meisten Anbieter lieferten ihren Kunden hingegen nur einen unvollständigen Überblick über die Entwicklung ihrer Verträge, manche verweigern die gesetzlich geregelten Informationen fast vollständig.  

Bewertungsreserven in vollem Umfang ausweisen

So müssten nach § 153 Abs. 1 und 3 VVG  die rechnerisch zugeordneten Bewertungsreserven (BWR) in vollem Umfang ausgewiesen werden – und nicht bloß die sogenannte Sockelbeteiligung, also die Mindestbeteiligung an den BWR, moniert PIL. 

Die alleinige Ausweisung der Sockelbeteiligung mache es dem Versicherungsnehmer allerdings unmöglich, sich insbesondere im Hinblick auf einen möglichen Rückkauf des Vertrages über den voraussichtlichen Stand seines Anspruchs Klarheit zu verschaffen. „Leider ist es aber gängige Praxis“ bemängelt Vorstand der PiL, Dean Goff, der jedes Jahr tausende von Standmitteilungen analysiert. „Nur wenige Versicherer legen die Karten transparent und nachvollziehbar auf den Tisch.“

Weiterhin monierten die Tester die inkorrekte Ausweisung der Garantieleistungen. Goff bemängelt, dass es hier keine klare Definition gäbe, was Garantieleistungen alles beinhalten müssen. Zudem sei kein einheitlicher Terminus festgeschrieben. Nur wenige Gesellschaften, so die Kritik von PIL, lassen ihre Kunden unmissverständlich wissen, was zum Ablauf ausgezahlt wird, also die garantierte Leistung inklusive der jeweiligen zum Stichtag fest zugeschriebenen Überschüsse aus der Vergangenheit.

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