Riester: Allianz-Vorstand fordert neue Impulse

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die Zahl der Riester-Verträge stagniert momentan. Zeit also für neue Impulse, fordert Allianz-Vorstand Alf Neumann. So sollten nicht nur höhere Zulagen erwogen werden, sondern auch eine Erweiterung des Kreises der Zulageberechtigten.

Für neue Anreize und eine Erweiterung des Kreises der Zulageberechtigten spricht sich Allianz-Vorstand Alf Neumann aus.

Für neue Anreize und eine Erweiterung des Kreises der Zulageberechtigten spricht sich Allianz-Vorstand Alf Neumann aus. Foto: Allianz

Den jüngsten, eher ernüchternden Zahlen zum Trotz, gab Finanzminister Wolfgang Schäuble die Richtung beim Thema Riester-Rente vor. In seiner Rede zum Haushalt vergangene Woche machte Schäuble deutlich: „Die Riester-Rente ist gut, und es lohnt sich, daran zu arbeiten, sie weiter zu verbessern.“  

Aber wie? Hierzu hatten sich über die vergangenen Wochen zahlreiche Akteure zu Wort gemeldet, vom GDV bis zur CDU. Nun formulierte auch Alf Neumann, Produktvorstand der Allianz Lebensversicherung, seine Vorstellung, wie wieder Schwung in die staatlich geförderte Altersvorsorge gebracht werden kann. „In 15 Jahren gab es keine Dynamik bei der Höhe der Zulagen und Höchstbeiträge“, erklärte Neumann gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur. „Das müsste angepasst werden.“

Ins gleiche Horn, nämlich neue Anreize mittels höherer Zulagen zu schaffen, hatte jüngst auch der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeber (BDA) gestoßen.  

Nicht nur höhere Förderung, sondern auch ein erweiterter Kreis an Berechtigungen, forderte Neumann. „Angestellte Ärzte, die sich schon über das Ärzteversorgungswerk abgesichert haben, sind beispielsweise nicht zulagenberechtigt, aber auch Selbstständige sind außen vor“, kritisierte der Allianz-Manager. So sei es nicht nachvollziehbar, warum nicht auch der Bäcker, Blumenhändler oder Friseur riestern dürfte.  

Beantragung vereinfachen

Auch müsste die Beantragung der Zulagen für die Kunden vereinfacht werden, forderte Neumann. Diese seien „äußert kompliziert“ und sorgten somit teils für unliebsame Überraschungen bei den Kunden, was sich allgemein auf die Akzeptanz niederschlage.  

Nichtsdestotrotz sei die Riester-Rente jedoch ein Erfolg, so Neumann: „Sie hat die richtigen Menschen erreicht und gerade Frauen, Kinderreiche und Menschen mit kleinen Einkommen haben damit vorgesorgt.“ Nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung für das Jahr 2012 hatten 63 Prozent der Empfänger von Zulagen ein jährliches Einkommen von unter 30.000 Euro, 25 Prozent sogar eines von unter 10.000 Euro.

Zuletzt stockte allerdings der Abschluss von Riester-Produkten. Hieran sei allerdings nicht die vom bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer losgetretene Riester-Diskussion schuld, glaubt Neumann. So gebe es bei der Allianz keine Kündigungswelle. Vielmehr sei eine gewisse Sättigung auf dem Markt festzustellen. Dieser gelte es nun zu begegnen.

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