Reform der Betriebsrente greift zu kurz

Berater von Stefan Terliesner

Die Pläne zur Betriebsrentenreform werden deutlicher. Doch bringt die reine Beitragszusage tatsächlich den erhofften Durchbruch?

Richard Herrmann

Richard Herrmann, Vorstand der Heubeck AG, stellt in Frage, dass die reine Beitragszusage tatsächlich den erhofften Durchbruch bringt. Bild: Heubeck AG

Ein Jahr vor der Bundestagswahl werden erste Konturen der geplanten Rentenreform sichtbar. Kernstücke sind Verbesserungen beim steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und Zuschüsse für Geringverdiener sowie das neue „Sozialpartnermodell Betriebsrente“. Möglicherweise werden die Arbeitgeber aus der Haftung für die Betriebsrenten entlassen, sie müssten dann nicht mehr für die Höhe der Leistungen, sondern nur noch für die Beiträge garantieren. Hierauf weist die Heubeck AG in einer Pressemitteilung hin.

Wie das eigenen Angaben zufolge „führende unabhängige Beratungsunternehmen auf dem Gebiet der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland“ berichtet, sollten an die geplante Rentenreform keine allzu hohen Erwartungen geknüpft werden: „Wenn die reine Beitragszusage tatsächlich kommen sollte, dann sehr wahrscheinlich nur mit tariflicher Bindung und nicht im Rahmen von Betriebsvereinbarungen. Der Fürsorgegedanke in der betrieblichen Vorsorge wird nicht einfach beiseite geschoben werden“, sagte Richard Herrmann vor mehr als 200 Gästen auf dem 27. Heubeck Kolloquium in Köln.

Zudem stellt der Vorstand der Heubeck AG in Frage, dass die reine Beitragszusage tatsächlich den erhofften Durchbruch bringt. Schließlich sehe die  Beitragszusage mit Mindestleistung bereits heute eine weitgehende Enthaftung der Arbeitgeber vor. Bereits im Juli berichtete procontra darüber, dass sich die einflussreiche Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) für eine Absenkung der Arbeitgeberhaftung stark macht. Aus Sicht von Hermann wäre es viel wichtiger „den steuerlichen Rahmen angemessen zu vergrößern. Die bisher bekannt gewordenen Vorschläge dazu, reichen bei weitem nicht aus.“ Diese sehen wie folgt aus: Der steuerliche Förderrahmen von derzeit 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze soll auf 6,5 Prozent erhöht werden (sozialversicherungsfrei sollen weiterhin nur 4 Prozent sein). Dafür sollen die bislang zusätzlich gewährten 1.800 Euro entfallen. Die betriebliche Altersvorsorge steht insbesondere wegen des Dauerzinstiefs erheblich unter Druck.

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