Rechnungszins auf Rekordtief! Viel Lärm um was?

ZukunftsVorsorge von Simone Bernhard

Von aktuell 1,25 % auf 0,9 % soll der Rechnungszins 2017 gesenkt werden. Das betrifft ab 2017 abgeschlossene Betriebs-, Riester- und Rürup-Renten sowie Lebensversicherungen. Bestehende Verträge bleiben unberührt.

Quelle: Fotolia/Ramona Heim

Die Diskussionen ist heiß, das Meinungsspektrum enorm und die Allgemeinheit tendenziell verwirrt. Von viel Lärm um eine kleine Zahl, deren letztendliche Bedeutung den wenigsten Ihrer Kunden klar sein dürfte.

Rechnungszins – was ist das?

Der Rechnungs- oder auch Höchstrechnungszins bestimmt, wie hoch der Garantiezins sein darf, den Versicherer ihren Kunden anbieten. Festgelegt wird der Rechnungszins jeweils für das kommende Jahr vom Bundesministerium der Finanzen (BMF).

Wozu brauchen wir einen Rechnungszins?

Der Rechnungszins ist letztendlich ein Schutz für Endkunden. Er soll gewährleisten, dass die Versicherungen ihren langfristigen Verpflichtungen nachkommen können. Ohne diese Regulation würde ein Wettlauf um den höchsten Garantiezins entflammen, in dem sich vor allem kapitalschwächere Gesellschaften schnell übernehmen könnten. Zum Leidwesen ihrer Kunden.

Warum sinkt dieser Zins?

Der Höchstrechnungszins darf maximal 60 % der durchschnittlichen Umlaufrendite zehnjähriger Staatsanleihen ausmachen. Entsprechend diesen Entwicklungen sinkt auch der Höchstrechnungszins.

Ist Rechnungszins = Garantiezins?

Nein. Der Garantiezins wird dem Kunden durch den Versicherer zugesichert. Hierzu müssen laut Handelsgesetzbuch Rückstellungen gebildet werden. Diese werden mit dem sogenannten Reservierungszins ermittelt, welcher den aktuell geltenden Höchstrechnungszins nicht überschreiten darf. Oder einfacher ausgedrückt: Der Garantiezins ist das, was vom Höchstrechnungszins beim Endkunden ankommt.

Was bedeutet die Rechnungszinssenkung?

Ganz unmittelbar bedeutet die Senkung des Rechnungszinses, dass auch die garantierten Leistungen der betroffenen Neuabschlüsse ab 2017 sinken. Besonders spürbar wird dies bei Verträgen mit langen Laufzeiten. Im Umkehrschluss wird die Absicherung der gleichen Leistungen teurer.

Außerdem bedeutet die Senkung, dass neue Versicherungstarife mit eingeschränkten Garantien und höherer Rendite mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören beispielsweise Fonds- und Indexpolicen

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