PKV: „Untypische Beitragserhöhungen“ geplant

Berater Top News von Martin Morgenstern

Die Beiträge der privaten Krankenversicherungen (PKV) werden zum Jahreswechsel teils drastisch erhöht. Rund zwei Drittel der fast neun Millionen PKV-Kunden müssen mit zweistelligen Steigerungen rechnen.

Uwe Laue und Volker Leienbach

Volker Leienbach, geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim PKV-Verband, macht die Niedrigzinspolitik für Beitragssteigerungen verantwortlich. Im Bild: Uwe Laue und Volker Leienbach (rechts). Bild: procontra

Viele privat Krankenversicherte werden in den nächsten Monaten Briefe von ihrem Versicherer im Postkasten haben. Je nach Anbieter werden die Kunden so über die massiven Tarifsteigerungen informiert. Volker Leienbach, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes der Privaten Krankenversicherung bestätigte, „dass es zu untypischen Beitragserhöhungen“ kommen werde - genaue Zahlen wollte er nicht nennen. Nach FAZ-Angaben werde die Krankenversicherung jedoch für etwa sechs Millionen Menschen im Durchschnitt um elf Prozent teurer: „Zusatzkosten von 50 Euro im Monat und darüber hinaus sind möglich“, schreibt die Frankfurter Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. Auch gesetzlich Versicherte mit Zusatzversicherungen, bei denen verzinsliche Altersrückstellungen eine Rolle spielen, müssen sich auf eine Erhöhung einstellen. Laut FAZ betrifft das etwa jeden Zehnten der knapp 25 Millionen Inhaber solcher Policen.

Mehrere Faktoren verantwortlich

Für den abrupten Beitragsanstieg macht Leienbach vor allem die Niedrigzinsphase auf den Finanzmärkten verantwortlich: „Was am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften ist, muss durch eine Erhöhung der Vorsorge ausgeglichen werden. Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig.“
Da Tarife zudem nur dann angeglichen werden dürfen, wenn die Kosten um zehn Prozent gestiegen sind, müssen die Versicherer nun die fehlenden Zinseinnahmen aus ihren Rückstellungen nachträglich einfordern.

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