Index- und Fondspolicen – sicher trifft lukrativ. Oder?

ZukunftsVorsorge von Simone Bernhard

Die anhaltende Niedrigzinslandschaft zwingt die Versicherer zu neuen Lösungen in der Vorsorge. Index- und Fondspolicen sind der neue Trend, in dem Sicherheit und Rendite vereint werden. Halten die neuen Hybridlösungen, was sie versprechen?

Quelle: Fotolia/vetal1983

Sicherheit und Rendite in einem Produkt – wer wünscht sich das nicht. Mit den neuen Index- und Fondspolicen soll dieser Wunsch wahr werden. Dabei sind diese Produkte gar nicht so neu, wie sie dargestellt werden. Ganz im Gegenteil. Es handelt sich bei diesen Produktarten um ganz klassische Tarife, an denen lediglich die Verwendung der Überschüsse neu ist. Der zu sichernde Löwenanteil des Kapitals verbleibt bei beiden Varianten in Deckungsstock. Überschüsse werden bei modernen Fondspolicen auf mehrere Töpfe mit unterschiedlicher Ausrichtung verteilt, während mit den Zinsüberschüssen in Indexpolicen Optionen auf einen bestimmten Index gekauft werden.

Fondspolicen

Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen vereinen die Vorteile einer Fondsanlage mit den steuerlichen Vorzügen einer Anlage im Versicherungsmantel. Für die nötige Sicherheit des in der Regel über monatliche Beiträge eingezahlten Kapitals sorgen Garantien und alternative Absicherungsmechanismen. Oftmals können auch zusätzliche Bausteine zur Absicherung biometrischer Risiken integriert werden.

Das Schwarz-Weiß-Denken hinsichtlich Garantien gehört der Vergangenheit an. Statt mit oder ohne (teure) Beitragsgarantie liefern Hybridprodukte neue Ansätze, bei denen das Kapital auf verschiedene Töpfe verteilt wird: Deckungsstock, Garantie- oder Wertsicherungsfonds plus eine freie Fondsanlage als Renditeturbo. Auch vermögensverwaltende Konzepte für die Fondsanlage finden großen Anklang. Hier kümmern sich professionelle Fondsmanager um die optimale Asset Allocation der Fondsanlage. Die Gewichtung wird stets bestimmt von Marktlage, Vertragslaufzeit und Risikoprofil des Kunden.

Fondspolicen erfordern umso mehr eine kompetente, lebensbegleitende Beratung, die das Risikoprofil des Kunden von Anfang an richtig einstuft. Ein Qualitätsmerkmal, das gemäß eines Urteils des BGH im Juli 2012 übrigens auch Pflicht ist: Lässt sich die Police bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise als Kapitalanlage darstellen, ist der Vermittler zu einer kapitalanlagerechtlichen Beratung verpflichtet.

Indexpolicen

Genau wie bei den Fondspolicen mit Beitragsgarantie werden hier die Beiträge vollständig im klassischen Deckungsstock investiert. Die Indexpartizipation erfolgt über den Zinsüberschuss. Ein übliches Modell stellt sich folgendermaßen dar: Nach jedem Indexjahr wird die Jahresrendite neu berechnet. Ergibt die Addition der monatlichen Indexveränderungen einen positiven Wert, wird dieser sofort gesichert und dem Kunden als neues garantiertes Vertragsguthaben gutgeschrieben (Lock-in). Ist die Rendite negativ, wird sie auf null gesetzt. Diese Sicherheit vor Kapitalverlusten wird in der Regel durch eine monatliche Renditeobergrenze (Cap) finanziert, welche vertraglich vereinbart wird. Ein Sicherheitsdeckel, der dem guten Ergebnis allerdings im Rückblick keinen Abbruch tut.

Fazit

Der Produkterfolg beider Varianten ist wesentlich vom Anlageerfolg des klassischen Deckungsstocks abhängig. Insbesondere die Indexpolice stellt mit ihrer beidseitigen Begrenzung eine ebenso sichere wie wachstumsstarke Alternative zur klassischen Lebens- und Rentenversicherung dar. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare