GDV stellt sich BdV-Vorwürfen entgegen

Berater von Martin Thaler

Der Bund der Versicherten erzielte jüngst einen gerichtlichen Erfolg gegen die HDI. Vor dem OLG Köln ging es um das Thema Abschlusskosten. Bei der Bewertung des Richterspruchs ziehen die Verbraucherschützer aber falsche Schlüsse, urteilt nun der GDV.

Der BdV (Foto: BdV-Chef Axel Kleinlein) hatte jüngst vor dem OLG Köln einen Erfolg gegen die HDI Lebensversicherung AG erzielt.

Der BdV (Foto: BdV-Chef Axel Kleinlein) hatte jüngst vor dem OLG Köln einen Erfolg gegen die HDI Lebensversicherung AG erzielt. Foto: BdV

Vergangene Woche hatte der Bund der Versicherten (BdV) eine Pressemitteilung veröffentlich. In dieser informierten die Verbraucherschützer über ein Urteil des OLG Köln, das eine Klage des BdV und der Verbraucherzentrale Hamburg gegen die HDI Lebensversicherung AG behandelte.  

In dieser ging es um das Thema Abschlusskosten. Denn von 7,2 Milliarden Euro an Abschlusskosten für Lebensversicherungen im Jahr 2015 seien rund drei Milliarden Euro den Kunden auf „intrasparente Weise als zusätzliche Abschlusskosten“ den Kunden angelastet worden, so der BdV.  

Diese Kritik will der Branchenverband der Versicherungen (GDV) offenbar nicht so stehen lassen und wirft seinerseits dem BdV vor, Zusammenhänge und rechtliche Wertungen herzustellen, die nicht korrekt seien. Insgesamt formuliert der GDV vier Kritikpunkte:  

1.     Vergleich mit Höchstzillmersatz ist falsch  

Hier erklärt der Branchenverband, dass es bei den erwähnten 7,2 Milliarden Euro um Kosten handelt, die als betriebswirtschaftlicher Aufwand angefallen sind, nicht aber um Kosten, die gegenüber den Kunden tarifiert wurden. Ein vom BdV herangezogener Vergleich mit dem Höchstzillmersatz sei folglich falsch.  

2.     Mindestrückkaufwerte, nicht Abschlusskosten  

Kritisiert wird vom GDV zudem, dass der BdV das Urteil falsch lese. So habe das Kölner OLG nicht entschieden, „dass es neben den sogenannten gezillmerten Abschlusskosten nicht auch laufende kalkulatorische Abschlusskosten geben darf. Strittig war lediglich, ob in den ersten fünf Jahren neben den sog. gezillmerten Kosten laufende Abschlusskosten einkalkuliert werden dürfen“, teilte der GDV mit und schreibt weiter: „Faktisch ging es dem OLG nicht darum, welche Kostenarten zulässig sind, sondern ob die höchstrichterlich (BGH) festgelegten Mindestrückkaufswerte für die ersten Vertragsjahre durch eine Kombination der beiden zulässigen Kostenarten unterschritten werden könnten bzw. ob dies wirksam ausgeschlossen wird.“  

3.     Keine Intransparenz  

Weiterhin wendet sich die Versicherungsbranche gegen den Vorwurf der Intransparenz. So würde die gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden und die Kunden vor Vertragsabschluss über die eingerechneten Kosten informiert werden  

4.     Kostenbelastung  

Zur Abschlusskostenbelastung der Kunden führt der GDV an, dass diese 2014 sogar unter dem Höchstzillmersatz gelegen habe und rechnet vor: „Von den insgesamt 7,6 Milliarden Euro (5 Prozent der Beitragssumme 2014) wurden den Kunden 5,3 Milliarden Euro belastet (3,5 Prozent der Beitragssumme). Der Höchstzillmersatz belief sich 2014 auf 4,0 Prozent.“

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