EZB knackt die Billionen-Euro-Schwelle

Investmentfonds von Stefan Terliesner

EZB: Der Bestand an gekauften Staatsanleihen wächst unaufhörlich. Hinzu kommt das Volumen der weiteren Ankaufprogramme. Am Donnerstag werden weitere Lockerung erwartet.

EZB

Hat seit Maärz 2016 mehr als eine Billion-Euro Staats- und andere öffentliche Anleihen von Euro-Staaten gekauft: Die EZB. Fotolia / Tiberius Gracchus

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit März 2015 für mehr als eine Billion-Euro Staats- und andere öffentliche Anleihen von Euro-Staaten gekauft. Wie die EZB auf Anfrage mitteilte, summierte sich das Volumen der umstrittenen Wertpapierkäufe in der vergangenen Woche auf rund 1.002 Milliarden Euro. Diese Käufe sind Teil des sogenannten Public Sector Purchase Programmes (PSPP).

Kritiker halten dieses Programm für eine unerlaubte Staatsfinanzierung durch die EZB. Die Anleihekäufe seien keine Geldpolitik sondern, Finanz- und Wirtschaftspolitik zugunsten einzelner Länder. Der Europäische Gerichtshof sieht das laut Urteil vom 16. Juni 2015 anders. Schließlich beugte sich auch das Bundesverfassungsgericht am 21. Juni 2016 der Luxemburger Rechtsprechung.

Insgesamt 1.233 Milliarden Euro

Neben dem PSPP führen die EZB sowie die nationalen Notenbanken der Euro-Länder (Eurosystem) weitere „geldpolitische“ Ankaufprogramme durch. Erst am 10. März 2016 beschloss der EZB-Rat den Ankauf auf von Unternehmensanleihen. Von dem Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) hat die EZB dann auch gleich Gebraucht gemacht, wie procontra berichtete. Dann gibt es nach das Ankaufprogramm für gedeckte Schuldverschreibungen (Covered Bond Purchase Programme, CBPP3) sowie das für forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset-Backed Securities Purchase Programme, ABSPP). Insgesamt hat die EZB seit Oktober 2014, der Start des ersten Ankaufsprogramms, Wertpapiere für 1.233 Milliarden Euro erworben.

Jetzt schauen die Markteilnehmer wieder gespannt auf die Zinssitzung am Donnerstag. Volkswirte setzen auf eine weitere Lockerung und prognostizieren eine Verlängerung der Wertpapierankäufe (Quantitative Easing, QE) über März 2017 hinaus.

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