Arag richtet sich neu aus

Versicherungen von Martin Thaler

Die Arag verkauft ihre Lebensversicherungssparte an den Run-Off-Spezialisten Frankfurter Leben. Stattdessen will das Unternehmen nun verstärkt auf Sach- und Krankenversicherungen setzen.

Die Arag verkauft ihre Lebensversicherungssparte.

Die Arag verkauft ihre Lebensversicherungssparte. Foto: Arag

„Abwarten ist kein Gebot der Stunde. Die Zukunft unseres Hauses wird nicht in der Lebensversicherung entschieden.“ Mit diesen Worten gab Dr. Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender und Mehrheitsaktionär der Arag SE, den Ausstieg des Unternehmens aus dem Lebensversicherungs-Geschäft bekannt, über den bereits seit einiger Zeit spekuliert worden war.  

Dieses, das insgesamt 322.000 Versicherungsverträge, 220 Millionen Euro an Beiträgen und Kapitalanlagen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro umfasst, wird die Arag-Gruppe an den Run-Off-Spezialisten Frankfurter Leben verkaufen.  

Die Arag-Gruppe will sich indes stärker auf das Sach- und Krankenversicherungsgeschäft in Deutschland konzentrieren sowie im internationalen Geschäft auf das Rechtsschutzgeschäft. Erst diese Woche hatte das Unternehmen bekannt gegeben, in Kanada aktiv werden zu wollen. Die stärksten Entwicklungspotenziale würden außerhalb von Deutschland liegen, teilte das Unternehmen mit.  

„Durch den Verkauf des Lebensversicherungsgeschäftes werden sich entscheidende Risikopositionen in unserem Portfolio verbessern“, erklärte Faßbender. So könne das Unternehmen in Zukunft sowohl im Versicherungsbestand als auch in den Kapitalanlagen nun unabhängiger von der Volatilität der Finanzmärkte agieren.  

Bei der Frankfurter Leben, die – eine Zustimmung der Behörden vorausgesetzt – auch den Bestand der deutschen Niederlassung der Basler Leben AG übernommen hat, betont man, dass die Arag-Kunden durch die Übernahme keine Nachteile zu befürchten haben: „Unsere neue Vereinbarung zeigt, dass für unser Geschäftsmodell ein Markt da ist. Von derartigen Transaktionen profitieren alle Beteiligten, auch den Kunden entstehen keine Nachteile. Die Versicherungsverträge werden exakt fortgeführt, Überschussbeteiligungen sind durch den Verkauf nicht betroffen", sagte Bernd Neumann, Vorstand der Frankfurter Leben.    

Aus dem Geschäft mit der Altersvorsorge will sich die Arag allerdings nicht vollständig zurückziehen. So sollen in Zukunft Lebensversicherungsprodukte der Alten Leipziger vermittelt werden. 

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