Was Sie schon immer über Zahnärzte wissen wollten

Berufsunfähigkeit von Michael Fiedler

Wie lange arbeiten Zahnärzte? Wie hoch ist ihr Einkommen, welche unternehmerischen Risiken tragen sie? Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen!

Zielgruppe Zahnarzt

Auf den Zahn gefühlt: Diese Merkmale kennzeichnen die Zielgruppe Zahnarzt. Fotolia/ Drobot Dean

Wie Steuerberater zählen auch Zahnärzte zu jenen Berufsgruppen, die über eigene Versorgungswerke verfügen. Doch trotz Kammerberuf besteht Absicherungsbedarf in Sachen Arbeitskraft. Um Erfolg bei Ihrer Zielgruppe zu haben, sollten Sie versuchen, so viele Informationen wie möglich im Vorfeld zusammenzutragen. Auf diese Weise fällt es Ihnen auch leichter, sich in die Situation Ihres Mandanten hineinzuversetzen.

Wie also „tickt“ die Zielgruppe der Zahnärzte? Einige Ansätze hat der Zahnarzt Dr. Harald Hildenbrand für die „Zahnärztlichen Mitteilungen“ essayistisch zusammengefasst. Dort heißt es zum Beispiel: „[Der Zahnarzt] leidet weniger oder gar nicht am arztbekannten `Helfersyndrom`. Der Zahnarzt definiert sich eher über sein technisch immer mehr ausgefeiltes Tun, ohne das schmerzfreie und schonende Behandlungen nicht durchführbar wären.“

Vermutlich wird also eher eine faktenbasierte als emotionale Argumentation im Beratungsgespräch erfolgreich sein. Einige ausgewählte Fakten sollen Ihnen helfen, die Zielgruppe der Zahnärzte besser kennenzulernen:

Überdurchschnittliche Arbeitszeiten

Ein niedergelassener Zahnarzt wendet durchschnittlich etwa 35 Stunden pro Woche für Behandlungen auf. Für die Verwaltung der Praxis kommen ca. acht Stunden hinzu. Auf sonstige Arbeiten wie Patientengespräche und Befunderhebungen entfallen vier-fünf Stunden. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) liegt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 47,1 Stunden über dem Bundesdurchschnitt.

Altersstruktur

Laut Bundeszahnärztekammer (BZÄK) beträgt der Altersdurchschnitt der Zahnärzte in Deutschland 48,3 Jahre. Betrachtet man den Frauenanteil nach Altersgruppe, zeigt sich: Junge Zahnärzte sind weiblich. Beträgt der Frauenanteil bei den 45 bis 55-Jährigen 39,8 Prozent, liegt er bei der Altersgruppe der 25 bis 35-jährigen Zahnärzte bei 61,7 Prozent.

Hoher Finanzierungsbedarf und unternehmerisches Risiko

Wenn Zahnärzte eine eigene Praxis gründen oder übernehmen, sind sie durchschnittlich 36,7 Jahre alt. Im Osten Deutschlands liegt der Altersschnitt bei Gründung niedriger (34,2 Jahre) als in den alten Bundesländern (37,1 Jahre).

Das Institut der deutschen Zahnärzte (IDZ) hat zusammengetragen, welche Investitionen je nach Form der Existenzgründung in etwa zu erwarten sind:

 

Übernahme der bestehenden Berufsausübungsgemeinschaft 
(bis 2007 noch Gemeinschaftspraxis)
262.000 Euro
Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft312.000 Euro
Übernahme einer Einzelpraxis323.000 Euro
Neugründung einer Einzelpraxis422.000 Euro

60 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer übernehmen eine Einzelpraxis.

Einkommen

Laut KZBV erzielten Zahnärzte 2012 im Bundesdurchschnitt einen Einnahmen-Überschuss von 138.601 Euro. Doch in Sachen Einkommensverteilung ist die Spannweite groß: 57 Prozent der Zahnärzte liegen mit ihrem Einkommen vor Steuern unter diesem Durchschnittswert. 11,7 Prozent der Zahnärzte in Deutschland erreichten einen Einnahme-Überschuss unterhalb von 50.000 Euro.

Nutzen Sie aktuelle Publikationen, um sich über Ihre Zielgruppe auf dem Laufenden zu halten:

Jahrbuch der KZBV 2015 als PDF

Institut der Deutschen Zahnärzte

Gerade die Kombination aus unternehmerischen Risiken, die von der Arbeitskraft des Zahnarztes abhängen und die sehr hohen Leistungsvoraussetzungen für eine Berufsunfähigkeitsrente aus der Kammerversorgung sind wertvolle vertriebliche Ansatzpunkte für Makler. Nutzen Sie diese.

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