So gehen Versicherungsbetrüger vor

Panorama von Martin Thaler

Allein in der Sparte Schaden- und Unfall erleiden deutsche Versicherer durch Betrug im Jahr einen Schaden in Höhe von 4 Milliarden Euro. Beim Betrug rund ums Fahrrad gibt es drei besonders beliebte Maschen.

Allein in der Schaden- und Unfallsparte erleiden Versicherer nach GDV-Angaben im Jahr einen Schaden in Höhe von 4 Milliarden Euro durch Versicherungsbetrug.

Allein in der Schaden- und Unfallsparte erleiden Versicherer nach GDV-Angaben im Jahr einen Schaden in Höhe von 4 Milliarden Euro durch Versicherungsbetrug. Foto: Tom - fotolia.com

Versicherungsbetrug: Für die Branche mehr als ein Ärgernis, angesichts des hohen hierdurch verursachten Schadens. Allein im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung schätzt der Versicherungsverband GDV den verursachten Schaden auf gut vier Milliarden Euro im Jahr.  

Doch wie gehen die Betrüger vor? Dies zeigt der GDV für den Bereich Fahrraddiebstahl. Ein Bereich, in dem deutsche Hausratversicherer jedes Jahr rund 100 Millionen an ihre Kunden auszahlen. Auch wenn der Großteil der Versicherungskunden ehrlich sei, werden die Sachbearbeiter in den Versicherungen ab und an skeptisch. Insbesondere dann, wenn bei teuren Rädern vom Besitzer keine konkreten Angaben zu Bauart, Fahrradtyp oder Kaufdatum gemacht werden können. In diesem Fall werde dann meist ein Sachverständiger eingeschaltet. Und in zwei Drittel aller Fälle stimme dann auch tatsächlich etwas nicht, teilt der GDV mit.  

Der Sachverständige schaut dabei auf Kleinigkeiten. Ein Fahrrad soll aus dem Keller geklaut und durch das Kellerfenster abtransportiert worden sein, das Fenster ist hierfür aber viel zu klein – schon ist ein Widerspruch aufgezeigt.  

Auch wenn es um das Thema Haftpflichtversicherung geht, wird genau hingeschaut. Gibt ein Versicherungsnehmer an, dass sein Rad beim Zusammenprall mit einem anderen Radfahrer stark beschädigt wurde, wird geschaut, ob der Schaden auch zum Unfallhergang passt.  

Auch beim Wert des Fahrrads wird gerne getrickst. So wird beispielsweise auf dem handschriftlichen Kaufbeleg des Fahrradhändlers eine Zahl ergänzt, so dass aus 300 Euro 1.300 Euro werden.  Dieser Schwindel lässt sich aber durch den Abgleich des Fahrradtyps mit dem Originalkaufpreis schnell entlarven.

Wird ein Betrug festgestellt, zahlt die Versicherung selbstredend nicht für den Schaden. Zudem kann sie die Kosten für den Sachverständigen vom Versicherungsnehmer zurückverlangen und den versuchten Versicherungsbetrug zur Anzeige bringen.

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