Schwäbisch Hall hält an Kündigungen fest

Sachwerte von Martin Thaler

Alte, hochverzinste Bausparverträge werden für die Bausparkassen zum Problem. Mehr als 200.000 Verträge haben sie bislang gekündigt und dafür viel Kritik eingesteckt. Nun verteidigte Schwäbisch-Hall-Chef Klein diese Praxis.

Verteidigte die Kündigung zahlreicher Altverträge: Reinhard Klein, Vorstandschef der Schwäbisch Hall.

Verteidigte die Kündigung zahlreicher Altverträge: Reinhard Klein, Vorstandschef der Schwäbisch Hall. Foto: Schwäbisch Hall

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall wird angesichts der andauernden Niedrigzinsphase auch weiterhin an der Kündigung zahlreicher alter Verträge festhalten. „Das machen wir schon aus Gründen der Gleichbehandlung der Bausparer“, erklärte Vorstandschef Reinhard Klein im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“.  

Die Verträge, die von der Bausparkasse gekündigt werden, seien im Schnitt 22 Jahre alt. „Es macht sicherlich keine Freude, Verträge zu kündigen. Aber man kann auch sagen: Nach 15 bis 20 Jahren kann ein Vertrag auch enden“, erklärte Klein gegenüber der Zeitung. Wer die Zuteilung über einen so langen Zeitraum ablehne, sei letztlich am Darlehen gar nicht interessiert, vermutete der Wüstenrot-Chef.  

Über die Kündigungen älterer, hochverzinster Verträge besteht seit längerer Zeit Streit zwischen Bausparkassen und Sparern. So hatten die Kassen, für die die hochverzinsten Verträge der Vergangenheit immer mehr zum Problem werden, im vergangenen Jahr damit begonnen, Altverträge aufzulösen. Im vergangenen Jahr waren es rund 200.000 Altverträge, auch in diesem Jahr ging die Kündigungswelle weiter.  

Ein höchstrichterliches Urteil des Bundesgerichtshofs in dieser Angelegenheit steht noch aus. Allerdings hatten zuletzt mehrere Oberlandesgerichte den Weg zum BGH sowohl für Sparer als auch Kassen freigemacht. 

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