Knip: „Klassische Makler haben Anschluss verpasst“

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Dennis Just, Gründer des digitalen Versicherungsmaklers Knip, geizt nicht mit markigen Aussagen. Wer warum den Anschluss verpasst hat und weshalb er die Übernahme von Geld.de durch JDC kritisch sieht.

Dennis Just

Knip-Chef Dennis Just widerspricht Meldungen von einbrechenden Downloadzahlen. Foto: Knip

FinTechs, zu denen auch der digitale Makler Knip gezählt wird, richten sich in erster Linie an eine technikaffine Minderheit, sagte BCA-Chef Oliver Lang gegenüber procontra. Seine These: Der Großteil der Menschen brauche noch einen Berater, der den Anstoß gibt, sich überhaupt mit Absicherung und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Bei dem Digitalmakler Knip sieht man das etwas anders. Das Unternehmen untersuchte die Downloadzahlen von Allesmeins, Asuro, Clark, Getsafe, Financefox, Friendsurance und Simplr. Ergebnis: Luden im 1. Halbjahr 2015 nur 79.276 Neugierige die Apps dieser acht Anbieter herunter, so waren es im ersten Halbjahr 2016 bereits 574.731 Verbraucher: Eine Steigerung um 720 Prozent von Januar bis Juni 2016 gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt haben rund 1,2 Millionen Menschen seit Januar 2015 eine App der acht untersuchten Unternehmen heruntergeladen. 5 Prozent der Downloads (53.174) entfallen laut Knip auf Asuro, Allesmeins oder Simplr, während der Digitalmakler auf 658.699 Downloads kommt.
Dennis Just schreibt dazu auf knip.de: „InsurTech wächst weiter. Die klassischen Versicherungsmakler haben mittlerweile den Anschluss verpasst.“
Just meint, digitale Makler würden Verbrauchern mehr Transparenz bieten, weil „man alle Informationen und Verträge immer bei sich hat und nachlesen kann.“

Just widerspricht mit der Auswertung jüngsten Berichten über einbrechende Downloadzahlen (procontra berichtete: „Steht Knip vor größeren Problemen?“). Stattdessen verweist er darauf, dass sich die Anzahl der Versicherer, die mit Knip zusammenarbeiten, innerhalb eines Jahres fast verdoppelt hätte (von 68 auf 128). Und teilt gegen die JDC Group aus, indem er deren Erwerb von Geld.de kritisiert: „Geld.de stand schon länger zum Verkauf. Die Reichweiten der Seite sind sehr ernüchternd.“ So hat sich die Zahl der monatlichen Besucher von März bis heute auf unter 71.000 Visits fast halbiert. Dennis Just: „Warum sollte nun ein Maklerpool die Rettung dieser Seite besser betreiben können als ausgewiesene Online-Experten von Unister?“

JDC sieht in der Plattform eine „ideale Ergänzung“ zum digitalen Versicherungsordner 'allesmeins', den der Pool auch den Kunden von Unister anbieten will.

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