Knip geht auf Póke-Jäger-Jagd

Digital von Martin Thaler

Die App "Pókemon Go" bricht alle Rekorde. Nun erkennt auch das InsurTech-Unternehmen Knip hierin Geschäftspotenzial und bringt eine eigene Pókemon-Versicherung auf den Markt. Aber braucht man eine solche wirklich?

Sieht in den Pokémon-Go-Spielern Geschäftspotenzial: Knip-Chef Dennis Just.

Sieht in den Pokémon-Go-Spielern Geschäftspotenzial: Knip-Chef Dennis Just. Bild: Knip

Sie heißen Traumato, Relaxo, Schiggy oder Pikachu – und an ihnen geht derzeit offenbar kein Weg vorbei. Die Rede ist natürlich von Pokemon, die in Form einer Handy-App einen Großteil der Deutschen zu begeisterten Poke-Jägern gemacht haben. Rund 75 Millionen Downloads weltweit wurden vergangene Woche gemeldet – und das in gerade einmal 19 Tagen.  

So faszinierend die kleinen Hosentaschen-Monster auch sein mögen, desto gefährlicher sind sie offenbar auch für die Nutzer. Denn viele von diesen scheinen beim Spielen Zeit und Raum zu vergessen und stolpern, den Blick fest auf den Handy-Bildschirm gebannt, durch die Gegend. Die Folge: Unfälle.   „Totalschaden nach Pokémonjagd“, titelte jüngst die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine. „Pokémon Go-Unfall: Gamer rammt Streifenwagen“, weiß die Bild zu berichten und aus Luxemburg heißt es: „Schwerer Unfall wegen Pokémonjagd“. Die Bundeswehr fühlte sich genötigt, Alarm zu schlagen, nachdem drei Pokémon-Go-Spieler auf einem Schießplatz umherirrten.  

Dass in unvorsichtigen Monsterjägern offenbar Geschäftspotenzial steckt, hat nun das InsurTech-Unternehmen Knip für sich entdeckt. Mit der ersten Pokémon-Versicherung, die offiziell „Unfallversicherung Trainer-Schutz“ genannt wird, gehen die Schweizer nun nicht auf Monster-, sondern auf Kundenfang.

„Mit der Pokémon-Versicherung von Knip gibt es jetzt eine Police vom Typ Unfallversicherung, die als Einsteigerprodukt zu verstehen ist. Passionierte Zocker des Augmented-Reality-Spiels können sich damit optimal gegen Unfälle absichern“, heißt es im Blog des Unternehmens. Und dies sei dringend nötig, so die Knip-Experten: Denn die finanziellen Schäden „durch Pokémon-bedingte Unfälle“ schätzen die Knip-Experten auf rund 100 Millionen Euro.  

Konkret würde auf die Versicherten eine Bruttoprämie in Höhe von 35 Euro zukommen, heißt es zu den Bedingungen der Versicherungen. Bei Invalidität würden dem Versicherten 30.000 Euro ausgezahlt, bei dessen Tod 10.000 Euro, heißt es weiter.  

Allzu viel Sorgen machen sollten sich Eltern bzw. Spieler selbst nun allerdings nicht. Wie GDV-Experte Mathias Zunk jüngst noch einmal klarstellte, würden verursachte Schäden, beispielsweise wenn man unachtsam durch ein Blumenbeet laufe, durch die private Haftpflichtversicherung übernommen.   Bei Unfällen greife die private Unfallversicherung. Hier sei es unerheblich, ob man dabei – beim Pokémon-Go-Spielen – leicht oder grob fahrlässig oder auch leichtsinnig gehandelt habe.

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