Deutsche verlieren Optimismus bei Altersvorsorge

Versicherungen von Martin Thaler

Nur 41 Prozent glauben laut einer neuen Infratest-Umfrage daran, im Alter finanziell gut aufgestellt zu sein. Das Bewusstsein, privat vorsorgen zu müssen, wächst - hat aber leider einen Haken.

Die Deutschen werden im Hinblick auf ihre Altersvorsorge zunehmend pessimistischer.

Die Deutschen werden im Hinblick auf ihre Altersvorsorge zunehmend pessimistischer. Foto: ALDECAstudio - fotolia.com

Wenn es um ihre Altersvorsorge geht, scheinen die Deutschen zunehmend ihren Optimismus zu verlieren. Dies legt eine neue Studie des Marktforschungsinstituts TNS Infratest nahe.   Dieser zufolge sind nur noch 41 Prozent der Deutschen optimistisch, im Alter finanziell gut auszukommen – im Vergleich zu den Vorgängerstudien 2012 und 2014 stellt dies einen klaren Rückgang dar. Damals äußerten sich noch über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) optimistisch, was ihre finanzielle Situation im Alter betraf.  

Dass ein Großteil der Menschen dabei nicht auf den Staat und die gesetzliche Rente vertraut, hatte unlängst bereits eine andere Umfrage gezeigt. Dies scheint sich auch in der Infratest-Blickpunktstudie widerzuspiegeln. Denn die Bereitschaft, privat vorzusorgen, steigt bei den Menschen. „Während bislang die private Altersvorsorge häufig auf die lange Bank geschoben wurde, ist heute mit 23 Prozent ein deutlich höherer Bevölkerungsanteil entschlossen, bereits in diesem oder spätestens im nächsten Jahr die Verbesserung der eigenen finanziellen Altersvorsorge anzugehen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Marktforschungsinstituts.

Allerdings sieht die Realität oft anders aus, stellt Manfred Kreileder, Versicherungsexperte bei TNS Infratest fest. Denn trotz des Bewusstseins für die Notwendigkeit, ist die Bereitschaft sich zugunsten der privaten Altersvorsorge einzuschränken, gering: „Bedauerlicherweise hat sich in den letzten Jahren die Lücke zwischen dem, was die Deutschen selbst als nötigen Vorsorgeaufwand einschätzen und dem, was sie aktuell tatsächlich dafür aufbringen, im Vergleich zu 2014 um weitere 36 Prozent auf jetzt 120 € pro Monat vergrößert“, so Kreileder.

Wenn die Deutschen dann aber doch Geld anlegen, sind sie – wie bekannt – stark an der Sicherheit ihrer Anlage interessiert. Die Infratest-Umfrage kommt hier zu keinem anderen Ergebnis. Aus diesem Grunde stehen Lebens- und Rentenversicherungen weiterhin auf Platz eins. Doch vor allem Immobilien gewinnen bei den Deutschen bei der Altersvorsorge an Bedeutung. Für die Studie wurden von Ende April bis Ende Mai insgesamt 1.376 Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare