Deutsche Sparer erwarten Negativzinsen

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Ein Großteil der Deutschen hält die Einführung von Negativzinsen für möglich, zeigt eine neue Umfrage von Union Investment. Doch wohin mit dem Geld? Hier stellt die Kapitalanlagegesellschaft mehrere Entwicklungen fest.

Sieht eine Entwicklung hin zu einer steigenden Bereitschaft für chancenorientierte Anlagen: Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Sieht eine Entwicklung hin zu einer steigenden Bereitschaft für chancenorientierte Anlagen: Giovanni Gay, Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH. Foto: Union Investment

63 Prozent der deutschen Sparer halten es für möglich, dass künftig für private Geldanlagen auf Tagesgeld und Sparkonten Negativzinsen gezahlt werden müssen. Neun Prozent sind sich sogar ganz sicher, dass dies kommen wird. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag Union Investment unter Finanzentscheidern in privaten Haushalten.  

Zurückhaltung bei Aktien  

Wie die Kapitalanlagegesellschaft in einer Pressemitteilung weiter berichtet, ist die Bereitschaft, das Geld stattdessen in aktienbasierten Anlageformen anzulegen „noch ausbaufähig“. Nur 26 Prozent würden dies zum jetzigen Zeitpunkt ganz sicher oder wahrscheinlich tun. 14 Prozent der Befragten sagen „eventuell“. 59 Prozent lehnen dies ab. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Generationen: Aktienbasierte Geldanlagen sind für ein knappes Drittel der 30- bis 39-jährigen wahrscheinlich oder ganz sicher eine Alternative  zu zinsbasierten Anlageformen, für 13 Prozent eventuell. Abgelehnt werden Aktien von 58 Prozent.  

Am skeptischsten sind die 40- bis 49-jährigen. Von ihnen sehen beinahe zwei Drittel (65 Prozent) aktienbasierte Anlageformen nicht als Alternative. „Wir sehen eine Entwicklung hin zu einer steigenden Bereitschaft für chancenorientierte Anlagen. Aber eine Mehrheit der Befragten hat tief sitzende Vorbehalte. Hier gilt es weiter zu werben und Verbraucher über niedrige Einstiegshürden mit diesen Anlagen vertraut zu machen“, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, die Ergebnisse des Anlegerbarometers.  

Auch Gold ist begehrt  

Gleichzeitig sinken Tagesgeldkonten in der Gunst der Sparer, berichtet Union Investment. Nur noch 19 Prozent der Befragten halten diese Anlageform für attraktiv.  „Die niedrigen Zinsen kommen jetzt langsam im Geldbeutel der Anleger an.“, wird Gay in der Pressemitteilung zitiert. Aktien und Investmentfonds bleiben hingegen unverändert für 38 bzw. 30 Prozent der deutschen Sparer attraktiv. Am beliebtesten ist derzeit eine Geldanlage in Immobilien, dies halten 75 Prozent der Befragen (3. Quartal 2015 gleicher Wert) für attraktiv.

Auch Gold bleibt im der Beliebtheitsskala weit vorn und steigt in der Gunst der Anleger weiter. 57 Prozent der Anleger halten diese Anlageform für attraktiv, 17 Prozentpunkte mehr als im dritten Quartal des Vorjahres. Mit Blick auf das Zinsniveau rechnen drei Viertel der Anleger nicht mit Veränderungen nach oben oder noch weiter nach unten.  

Gelassen sind die meisten Anleger der Mitteilung zufolge mit Blick auf die Einschätzung ihrer finanziellen Verhältnisse. Die meisten (64 Prozent, Vorjahr 49 Prozent) halten die wirtschaftliche Lage in Deutschland für stabil. Auch beim Blick auf die eigene finanzielle Situation herrscht Optimismus: 73 Prozent (Vorjahr 72 Prozent) gehen von einer gleich bleibenden Lage aus, 16 Prozent (Vorjahr 18 Prozent) glauben, dass sich die persönliche Situation verbessern wird.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare