ARAG SE prüft Zukunft ihres LV-Geschäftes

Versicherungen LV-Check Top News von Michael Fiedler

Will ARAG die Leben-Sparte verkaufen? Das berichtete Herbert Fromme in der Süddeutschen Zeitung. procontra fragte bei ARAG nach.

Paul-Otto Faßbender

Prüft die Zukunft der LV-Sparte im Arag-Konzern: Dr. Paul-Otto Faßbender. Bildquelle: ARAG

„Arag verkauft Lebensversicherer“ lautete gestern eine Schlagzeile der Süddeutschen Zeitung. Unter Berufung auf einen Frankfurter Abwicklungsspezialisten berichtete Herbert Fromme, dass Arag-Eigner Paul-Otto Faßbender sich von der LV-Sparte trennen wolle. Grund: Niedrigzinsen und hoher Kapitalbedarf würden das Geschäft für den Versicherer zunehmend unattraktiv machen.

Tatsächlich werde der Verkauf der ARAG Leben geprüft, bestätigte der Versicherer auf procontra-Anfrage.
Allerdings würden mehrere Optionen zur Zukunft des LV-Geschäfts geprüft. Spekulationen zu bestimmten möglichen Erwerbern konnte Arag gegenüber procontra nicht bestätigen. Bei Fromme hieß es, der chinesische Investor Fuson sei als Käufer im Gespräch. Die Chinesen hatten bereits über die Frankfurter Leben die LV-Bestände der Basler Lebensversicherung AG - Direktion für Deutschland gekauft.
Gremienbeschlüsse in Richtung irgendeiner Option gäbe es nicht, so Arag auf procontra-Nachfrage.
Der Versicherer stellte gegenüber procontra klar, dass weder Arag Kranken noch der Unternehmensstandort München zur Debatte stehen.

Auswirkungen auf Bestandsverträge?

Auch im Fall eines Verkaufs der Arag LV würden sich weder Garantien noch die Konditionen der bestehenden Verträge ändern, teilte Arag mit.
Der Versicherer sieht sich national und international auf nachhaltigen Wachstumskurs: Die Prämieneinnahmen würden sich seit einigen Jahren besser als der deutsche Markt entwickeln. Der Anteil des internationalen Geschäftes an den Beitragseinnahmen im Konzern betrage 34 Prozent.
Die gute Entwicklung betreffe nicht nur die Beiträge: Auch real würden Kunden hinzugewonnen. Und mit einer Combined Ratio von 92,3 Prozent habe der Konzern sein operatives Geschäft im Griff, so Arag gegenüber procontra.
Die strategische Ausrichtung auf das Sach- und Krankenversicherungsgeschäft würde in Kombination mit einer dauerhaften Tiefzinsphase zwangsläufig die Frage nach der Zukunft des Lebensversicherungsgeschäftes aufwerfen.

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