Neue Anreize für längeres Arbeiten

Versicherungen von Martin Thaler

Die Bundesregierung will Arbeitnehmer dazu motivieren, länger zu arbeiten. Dies gilt aufgrund einiger Hürden derzeit noch als wenig attraktiv - genau hier soll nun angesetzt werden. Erste Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) bastelt derzeit an einem umfassenden Rentenkonzept.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) bastelt derzeit an einem umfassenden Rentenkonzept. Foto: BMAS/ Werner Schuering

Beim Thema Rente ist derzeit einiges in Bewegung, an Vorschlägen zur Reformierung des bestehenden Systems mangelt es nicht. Vergangene Woche machte erst die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU sechs konkrete Vorschläge, wie die Riester-Rente reformiert werden könnte.  

Kurz darauf meldete sich die Parlamentarische Linke der SPD-Bundestagsfraktion zu Wort und machte sich für eine Stärkung der Gesetzlichen Rente stark: Das Rentenniveau müsse mittelfristig wieder auf 50 Prozent angehoben werden, derzeit liegt es bei 47,7 Prozent und soll bis 2030 auf 44,2 Prozent sinken. Zudem forderte die SPD-Linke ein Ende der steuerlichen Förderung der Riester-Rente.  

Am Freitag ging es dann um die zweite Säule der Rente: die betriebliche Altersversorgung. Diese solle gestärkt werden, indem sie verpflichtend für die Bürger würde – diese könnten sich aber mittels sogenannter Opt-Out-Option dagegen entscheiden. Hierüber beriet Sozialministerin Andrea Nahles am Freitag bei einem ersten Spitzentreffen mit Vertretern von Gewerkschaften, Verbänden, Wissenschaft sowie Arbeitgebern.  

Hindernisse für vorgezogene Teilrente sollen wegfallen

Auch das Thema Rentenalter will die Große Koalition angehen und die Leute dazu veranlassen, möglichst lange zu arbeiten – mittels der sogenannten „Flexi-Rente“. Hierzu liege nun ein neuer Gesetzesentwurf vor, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.   Kernstück dieses Entwurfs soll der Abbau von Hindernissen für eine vorgezogene Teilrente sein, die mit Teilzeitarbeit kombinierbar ist.

So sollen die heute geltenden individuell berechneten, festen Hinzuverdienstgrenzen - je nach Höhe sank die Teilrente auf zwei Drittel, die Hälfte bzw. ein Drittel - wegfallen. Stattdessen sollen vom Betrag, der die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Jahr überschreitet, 40 Prozent von der Rente abgezogen werden. Hierzu nennt der Gesetzesentwurf auch ein Beispiel: Bei einem Hinzuverdienst von 18.000 Euro pro Jahr werden 390 Euro von der Grenze abgezogen. Der Betrag, der die 6300-Euro-Grenze überschreitet, liegt bei 11.700 Euro – monatlich sind dies 975 Euro. Bei einer Vollrente von 1.200 Euro läge die Teilrente folglich bei 810 Euro. 

Das Konzept ist als Gegengewicht zur abschlagsfreien Rente mit 63 gedacht. Im Herbst will Nahles dann ein umfassendes Rentenkonzept vorlegen – ebenso wie die CSU.

Seite 1: Regierung will zu längerem Arbeiten motivieren
Seite 2: Vorschläge stoßen auf Kritik

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare