IWF sieht Lebensversicherer in Gefahr

Versicherungen Meistgeklickt von Martin Thaler

Die Lage für die deutschen Lebensversicherer sei ernst, erklärt der Internationale Währungsfonds in einem Bericht. Und äußert konkrete Forderungen an die Bafin.

Der IWF (hier: geschäftsführende Direktorin Christine Lagarde) sieht die Lage der deutschen Lebensversicherer kritisch.

Der IWF (hier: geschäftsführende Direktorin Christine Lagarde) sieht die Lage der deutschen Lebensversicherer kritisch. Foto: IWF

Wie gefestigt ist die deutsche Lebensversicherungs-Branche? Die Niedrigzinsen belasten die Konzerne, ein Ende der Niedrigzinsphase ist indes nicht abzusehen. Erste Versicherer geben bereits das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen auf.  

Wären das nicht bereits genug schlechte Nachrichten für die Branche, schießt nun auch noch der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Warnung hinterher. Wie tagesschau.de berichtet, äußerte sich der IWF in seinem aktuellen Bericht zur deutschen Finanzbranche ungewöhnlich deutlich zur Lage der Lebensversicherer in Deutschland. Diese sollten, so die konkrete Aussage, von der deutschen Finanzaufsicht, ganz besonders eng beobachtet werden. Angeschlagenen Unternehmen sollten harte Reformen verordnet werden, der Sicherungsfonds – der bei Pleite einspringt – müsse streng kontrolliert werden.

BaFin-Chef Felix Hufeld hatte bereits zuvor auf die problematische Lage einiger Versicherer hingewiesen und angekündigt, eine zweistellige Zahl von diesen, bei denen die Kapitaldecke bereits arg dünn geworden sei, „in Manndeckung“ nehmen zu wollen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete damals, dass von der Manndeckung ungefähr 20 Unternehmen betroffen seien, die Zahl der Lebensversicherer mit Problemen jedoch höher sei.  

Die Warnung des IWF sei auch als ein Alarmsignal für die Versicherten zu deuten, so tagesschau.de. Sie ließe sich so deuten, dass mancher Versicherer bald nicht mehr in der Lage sein könnte, ihre Versprechen auch einzuhalten. Hier hatten die Versicherer zuletzt Entwarnung gegeben.

So hatte Jörg Westphal, Chef der Auffanggesellschaft Protektor, erklärt, dass eben diese 900 Millionen Euro in den Kassen hätte und selbst die Schieflage eines größeren Versicherers meistern könne. Erst wenn mehrere Branchenriesen von den Niedrigzinsen in die Knie gezwungen würden, würde es problematisch. „Aber da ist gar nichts zu befürchten“, sagte Allianz-Chefinvestor Maximilian Zimmer gegenüber dem Focus.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare