IT-Freiberufler sind kaum abgesichert

Berater von Martin Thaler

Wer selbstständig in der IT-Branche tätig ist, ist sehr nachlässig bei der Risiko-Absicherung. Dies ergibt eine neue Umfrage. Dabei ist das Risikobewusstsein durchaus vorhanden.

Der Versicherungsschutz von IT-Freiberuflern ist alles andere als optimal, ergab nun eine Umfrage.

Der Versicherungsschutz von IT-Freiberuflern ist alles andere als optimal, ergab nun eine Umfrage. Foto: aleutie - fotolia.com

Wer als Selbstständiger in der IT-Branche tätig ist, ist gegen auftretende Risiken schlecht bis gar nicht abgesichert. Dies ergibt eine Studie des Marktforschungsinstituts H/T/P im Auftrag des Versicherers Hiscox.

So ergab eine bundesweite Umfrage unter IT-Contractors und Freelancern, dass nur 16 Prozent von diesen  ihr Unternehmen überhaupt nicht abgesichert haben. Eine Berufshaftpflicht (Vermögensschadenhaftpflicht), die gegen verursachte Schäden beim Kunden oder gegen die Folgen von Abmahnungen und Klagen absichert, haben nur 41 Prozent der Befragten. Immerhin 67 Prozent haben eine allgemeine Haftpflicht oder Betriebshaftpflicht, nur 36 Prozent indes eine Rechtsschutzversicherung.  

Tobias Wenhart, Manager Products & Underwriting bei Hiscox: „Fehler können immer passieren. Aber gerade für Freelancer können schon kleine Unachtsamkeiten ernste, existenzbedrohende Konsequenzen nach sich ziehen. Denn im Schadenfall summieren sich die Ersatzansprüche schnell auf mehrere Zehntausend Euro.“  

Wenn die Befragten eine Versicherung abschließen, würden sie neben dem Preis-Leistungsverhältnis insbesondere darauf achten, dass die entsprechende Police genau auf ihre Bedürfnisse angepasst werden kann – dies gaben 98 Prozent der Befragten als entscheidendes Kriterium ein. Für 97 Prozent spielt zudem der Ruf des Versicherers eine zentrale Rolle.  

Die mangelnde Absicherung seitens der IT-Freiberufler steht dabei im deutlichen Gegensatz zum Risikobewusstsein der Berufsgruppe. Den 94 Prozent der Befragten empfinden das Risiko, von einem Zahlungsausfall betroffen zu sein, als beunruhigend bzw. gar sehr beunruhigend. 91 Prozent sind darüber besorgt, ihre Deadlines nicht einhalten zu können und damit finanzielle Verluste bei ihren Kunden zu verursachen. Über den Verlust vertraulicher Dokumente sind 89 Prozent beunruhigt. Und 87 Prozent fürchten sich vor Cyber-Attacken, die ihre eigene Geschäftstätigkeit unterbrechen würden.  

Nicht zu Unrecht. 40,5 Millionen Euro – so hoch war der in Deutschland im vergangenen Jahr registrierte Schaden durch Internet- bzw. Computerkriminalität. Dies ist ein Zuwachs von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus dem nun vorgestellten Bundeslagebild Cybercrime des Bundeskriminalamts (BKA) ersichtlich wird.   Der volkswirtschaftliche Schaden wird vom BKA als wesentlich höher eingeschätzt. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) geht laut Süddeutscher Zeitung von einer Dunkelziffer in Höhe von 90 Prozent aus - ein großer Teil der Cyberattacken bleibt nämlich auch unbemerkt. 

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