Das erwartet die Generation Y von bAV-Verträgen

Berater von Martin Thaler

Junge Menschen finden zunehmend Gefallen an der betrieblichen Altersvorsorge - das sagt eine neue YouGov-Studie. Welche Erwartungen die sogenannten Millenials dabei an ihre Verträge haben.

Flexibilität - hierauf legen insbesondere junge Menschen wert, auch wenn es um das Thema betriebliche Altersvorsorge geht.

Flexibilität - hierauf legen insbesondere junge Menschen wert, auch wenn es um das Thema betriebliche Altersvorsorge geht. Foto: Claus Mikosch - fotolia.com

Die Lage für Anbieter klassischer Rentenversicherungsprodukte ist derzeit nicht leicht: Der Garantiezins ist im Sinkflug und immer mehr Deutsche schätzen die Lebensversicherung für den Zweck der Altersvorsorge als unbrauchbar ein.  

Wie also können Versicherer ihre Produkte attraktiver für die Kunden machen? Warten auf bessere Zeiten ist keine Option, eine baldiger Wandel in der Zinspolitik erscheint immer unwahrscheinlicher. Was also tun? Dieser Frage ging das Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov in seiner Studie „Produktinnovationen in der Assekuranz“ nach und kommt dabei zu folgendem Schluss: Kunden schätzen eine hohe Flexibilität bei der Einzahlung sowie beim Zugriff auf ihre Einlagen. Diese Aspekte werden immer wichtiger, je höher die Finanzkompetenz des Kunden ist.  

Flexibilität spiele auch eine wichtige Rolle für die Attraktivität von baV-Policen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Denn insbesondere die betriebliche Altersvorsorge werde für junge Menschen – die sogenannte Generation Y – immer attraktiver.  „Die betriebliche Altersvorsorge vermittelt ein stärkeres Sicherheitsgefühl als private Altersvorsorgeprodukte“, sagt Jutta Rothmund, Senior Consultant bei YouGov. „Unsere qualitativen Ergebnisse zeigen, dass hier besonders zwei wahrgenommene Vorteile psychologisch eine Rolle spielen: Durch die Beteiligung des Arbeitgebers sehen die Versicherten einen finanziellen Nutzen und versprechen sich zudem eine Entlastung durch die regelmäßig erfolgenden Einzahlungen.“  

Verträge an Lebenswirklichkeit anpassen

Wichtig sei hier aber – wie bereits erwähnt – das Thema Flexibilität: Denn das sich das gesamte Berufsleben auf nur einen Arbeitgeber beschränkt und man vierzig Jahre in nur einem Betrieb oder einer Firma zubringt, ist heute wohl die Ausnahme. Stattdessen überwiegen nichtlineare Lebensläufe, häufige Arbeitgeberwechsel sowie Phasen der Nicht-Anstellung. Entsprechend wichtig sei das Thema Flexibilität der Policen. „Vor allem das Übertragen bestehender Verträge zu neuen Arbeitgebern spielt eine wichtige Rolle“, erklärt Rothmund weiter.  

Das Interesse in bAV-Verträgen konnte zuletzt auch in konkrete Zahlen gegossen werden. So hatte der Branchenverband angegeben, dass die Zahl der bAV-Verträge im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent gestiegen ist, auf nunmehr 15,3 Millionen Stück. Das Thema bAV bzw. die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge steht auch bei Sozialministerin Andrea Nahles auf der Tagesordnung, die sich für eine verpflichtende Lösung mittels Opt-out-Option ausspricht.  

Der Wunsch vieler Arbeitnehmer geht dabei laut YouGov-Studie über die betriebliche Altersvorsorge hinaus:  „In der Online-Community zeigte sich darüber hinaus auch eine grundlegende Bereitschaft, Krankenversicherungen oder Krankenzusatzversicherungen sowie biometrische Versicherungen, beispielsweise Erwerbsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, über Arbeitgebermodelle abzuschließen. Voraussetzung ist hierbei ebenfalls die Mitnahmemöglichkeit bei einem Arbeitgeberwechsel. Allerdings bestehen in diesem Bereich auch noch starke Bedenken und Abschlussbarrieren“, erklärte Rothmund.

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