BU als Wachstumstreiber fürs bAV-Geschäft

Berufsunfähigkeit von Sebastian Wilhelm

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) wird gemeinhin mit Ruhegeld assoziiert, doch sie kann viel mehr: Auch gegen Berufsunfähigkeit können sich die Arbeitnehmer im Rahmen einer bAV absichern – und der Staat zahlt rund die Hälfte der Beiträge.

Quelle: Fotolia/Prachanart

Wenn Gewerbemakler eine bAV-Beratung vornehmen, geht es in aller Regel lediglich um eine Aufbesserung der Mitarbeiterrenten. Das ist insoweit nicht verwunderlich, als der Begriff „Altersversorgung“ kaum anders verstanden werden kann. Ergänzt wird die Ruhestandsvorsorge oft noch um einen Hinterbliebenenschutz. Gar nicht angesprochen wird dagegen allzu häufig eine weitere Dimension der bAV: die Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei liegen Sinn und Notwendigkeit einer diesbezüglichen Vorsorge klar auf der Hand – und die Vorteile einer bAV-Lösung ebenso.

Die BU-Marktabdeckung ist in Deutschland nach wie vor völlig unzureichend: Obwohl jeder fünfte Arbeitnehmer vor dem Rentenalter berufsunfähig wird, verfügen knapp 80 Prozent über keinen entsprechenden Versicherungsschutz. Diese riesige Schutzlücke geht zum einen auf mangelnde Informiertheit zurück, zum anderen auf Hindernisse vor dem Abschluss einer BU-Police, konkret: unerschwingliche Prämien oder gravierende Vorerkrankungen. Alle drei möglichen Gründe können Gewerbemakler in ihrer bAV-Beratung ausräumen oder entschärfen: Das Informationsdefizit lässt sich mit zielführender Aufklärungsarbeit beheben; die Prämien einer bAV-BU werden vom Staat subventioniert; die Gesundheitsprüfung schließlich ist bei einer Kollektivversicherung in der Regel deutlich vereinfacht oder entfällt sogar ganz.

Halber Preis, voller Schutz

Besonders attraktiv wird die BU im Rahmen der bAV durch die staatlichen Zuschüsse. Folgende Beispielrechnung verdeutlicht die Vorteile: Ein Arbeitnehmer sichert sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit 1.200 Euro garantierte monatliche BU-Rente, für die Police wird ein Monatsbeitrag von 85 Euro fällig. Diese Prämie verringert sich nun bei einer bAV-Lösung (Direktversicherung) um die Steuerersparnis von 25 Euro (unterstellter Grenzsteuersatz: 30 Prozent) und die Sozialabgabenersparnis von 17 Euro (20 Prozent). Übrig bleibt ein Nettobeitrag von 43 Euro, also nur rund die Hälfte der nominellen Prämie – die andere Hälfte zahlt der Staat.

Das sind Zahlen, die für sich sprechen. Wenn Sie Gewerbemakler sind und das nächste Mal einen Firmenkunden aufsuchen: Zeigen Sie ihm einfach diese (oder eine ähnliche) Beispielrechnung, und er wird die Attraktivität einer bAV-BU-Lösung sofort einsehen – und sie nutzen wollen, um seine eigene Attraktivität als Arbeitgeber deutlich zu steigern.

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