Weitere 15 Milliarden Euro Vorsorge für Altgarantien

Versicherungen von Stefan Terliesner

Assekurata: Lebensversicherer müssen auch 2016 die Zinszusatzreserve kräftig auffüllen. Berechnungsmethode sollte geändert werden. Auch ein zweistufiger Garantiezins wäre sinnvoll.

Assekurata-Geschäftsführer

Lebensversicherer müssen weitere Milliarden in den Aufbau der Zinszusatzreserve stecken, so Assekurata. Bild: Dr. Reiner Will, Assekurata-Geschäftsführer / Assekurata

Die Lebensversicherer müssen in diesem Jahr voraussichtlich weitere 14 bis 15 Milliarden Euro in den Aufbau der Zinszusatzreserve stecken. Nach 10 Milliarden Euro im Jahr zuvor wäre das eine erneute Höchstzuführung, schreibt die Ratingagentur Assekurata in ihrem aktuellen Marktausblick.

Problem: Hohe Garantieversprechen

Um einer möglichen Finanzierungslücke entgegenzuwirken, müssen die Versicherer für ältere Policen mit hohen Garantieversprechen bilanzielle Vorsorge treffen und seit dem Jahr 2011 die Zinszusatzreserve bilden. Bislang sind nach Angaben von Assekurata insgesamt 32 Milliarden Euro in diesen Topf geflossen. Erneut warnt die Kölner Agentur, die den Produktanbietern nahe steht, vor einer finanziellen Überbelastung der Lebensversicherer. Daher müsse die Berechnungsmethode zur Ermittlung des jährlichen Zuführungsbedarfs geändert werden.

Aktuell hänge die Höhe der jährlichen Zuführung maßgeblich von der durchschnittlichen Entwicklung des zugrunde liegenden Bezugszinses (zehnjähriger Null-Kupon-Euro-Zinsswapsatz) ab. Für 2016 prognostiziert Assekurata einen durchschnittlichen Referenzzins von 2,56 Prozent. Auf dieser Basis sei das Nachreservierungsvolumen von 14 bis 15 Milliarden Euro errechnet worden. In einem pessimistischen Szenario erwarten die Kölner für die nächsten Jahre einen weiteren kräftigen Rückgang des allgemeinen Zinsniveaus und damit des Null-Kupon-Euro-Zinsswapsatz und somit des Referenzzinses.

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