Verbraucherschützer warnen vor Rückabwicklern

Berater von Martin Thaler

Bei der Rückabwicklung von Lebensversicherungen bieten zahlreiche Dienstleister ihre Hilfe an. Warum diese für die Kunden allerdings kaum einen Mehrwert bietet.

Wer seine alte Lebensversicherung rückabwickeln möchte, sollte sich genau überlegen, ob er einen externen Dienstleister hinzuzieht.

Wer seine alte Lebensversicherung rückabwickeln möchte, sollte sich genau überlegen, ob er einen externen Dienstleister hinzuzieht. Foto: Butch - fotolia.com

Wer seine Lebensversicherung rückabwickeln möchte und dabei auf die Hilfe eines Dienstleisters setzen, sollten aufpassen. Denn häufig stehen die hierdurch anfallenden Kosten in keinem Verhältnis zum Mehrwert, warnen die Marktwächter Finanzen. So steige die Anzahl der Kundenbeschwerden, die im Frühwarnsystem der Verbraucherzentralen registriert werden.

Anleger, die zwischen 1995 und 2007 eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, können gegen den Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen noch immer Widerspruch einreichen – auch wenn sie diesen bereits gekündigt haben. Diese wurde gleich zweimal vom Bundesgerichtshof bestätigt, zuletzt 2015 (BGH IV ZR 384/14). Voraussetzung ist, dass die Widerspruchsbelehrung nicht korrekt war bzw. die dazugehörigen Versicherungsbedingungen oder Verbraucherinformationen nicht ausgehändigt wurden.

Diverse Dienstleister machen sich diesen Umstand nun zu Nutze und bieten eine kostenfreie Erstüberprüfung der Widerspruchsbelehrung an. Im Anschluss wird dann ein Anwalt vermittelt, der dann zu normalen Gebührensätzen den Rechtsstreit mit der Versicherung führt. Im Falle eines Erfolges wird dann vom Dienstleister ein Anteil am Mehrwert verlangt – bis zu 50 Prozent im Einzelfall.

„Aus unserer Sicht ergibt es keinen Sinn, solche Dienstleister einzuschalten“, sagt Sandra Klug, Juristin und Leiterin des Hamburger Marktwächter-Teams.  „Die Erstprüfung könnte auch über einen Anwalt laufen – zu überschaubaren Konditionen. Das Erstberatungsentgelt könnte zudem auf die späteren Anwaltskosten angerechnet werden. Die Dienstleister verlangen hingegen für die Vermittlung von Anwälten im Erfolgsfall eine zusätzliche Vergütung. Die Anwaltskosten fielen in jedem Fall extra an.“

Seite 1: Finanzwächter warnen vor Rückabwicklern
Seite 2: Warum sich ein Widerruf nicht immer lohnt

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare