Unwetterschäden: Politik facht Pflichtversicherungsdebatte neu an

Versicherungen von Martin Thaler

Im vergangenen Jahr war eine verpflichtende Elementarschadenversicherung verworfen worden. Nach den schweren Unwetter der vergangenen Wochen forcieren Politiker eine erneute Debatte.

Die Umweltminister der Länder, unter ihnen Baden-Württembergs Vertreter Franz Untersteller, bringen erneut die Einführung einer Pflichtversicherung für Unwetterschäden ins Gespräch.

Die Umweltminister der Länder, unter ihnen Baden-Württembergs Vertreter Franz Untersteller, bringen erneut die Einführung einer Pflichtversicherung für Unwetterschäden ins Gespräch. Foto: Franz Untersteller

Es ist eine Debatte, die bereits abgeschlossen schien: Die Einführung einer Pflicht-Elementarschadenversicherung. So sprachen sich die Justizminister der Bundesländer im vergangenen Jahr gegen die Einführung einer Pflichtversicherung aus. Stattdessen sollten Versicherungen auf freiwilliger Basis forciert werden.

Ein Jahr und mehrere Sturmtiefs später, scheint die Situation wieder eine andere zu sein. Über 1,2 Milliarden Euro an versichertem Schaden hätten die beiden Sturmtiefs Elvira und Frederike in gerade einmal zwei Wochen verursacht, gab der Branchenverband GDV bekannt. Wohlgemerkt: an versichertem Schaden. Denn im besonders stark von den Unwettern heimgesuchten Bayern verfügten nach GDV-Angaben nur 27 Prozent der Immobilienbesitzer über eine Elementarschadenversicherung, die Schäden durch Starkregen und Überflutungen übernimmt. Ein Großteil der Betroffenen bleibt folglich auf seinen Schäden sitzen.

Nun meldet sich die Politik wieder zu Wort: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass extreme Wettereignisse mit besonders starkem Regen in Deutschland in Folge des Klimawandels im Laufe der nächsten Jahrzehnte an Häufigkeit und Intensität zunehmen werden. Daher müssen wir uns so gut es geht auf solche Unwetter vorbereiten und Vorsorge treffen, die hiermit verbundenen Schäden möglichst gering zu halten“, erklärte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller.

Zusammen mit den Umweltministern der anderen Bundesländer beschloss die Umweltministerkonferenz einstimmig vergangenen Freitag Vorschläge, die sich mit dem Thema „Starkregen“ beschäftigen.   Einer hiervon befasst sich auch mit dem Thema „Pflichtversicherung für Elementarschäden“. So wird die Justizministerkonferenz aufgefordert, zu prüfen, wie die Einführung einer Pflichtversicherung für sämtliche Elementarschäden möglich gemacht werden kann. Insbesondere die Absicherung von Starkregenereignissen soll dabei Berücksichtigung finden. 2015 standen vor allem europarechtliche Bedenken der Einführung einer Pflichtversicherung entgegen.

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