Umfrage: Kaum Auswirkungen durch Rentenerhöhung

Berater von Martin Thaler

Zum 1. Juli steigen die Renten - es ist die höchste Erhöhung seit 23 Jahren. Doch einer Umfrage zufolge sieht ein Großteil der Rentner dadurch nur wenig Verbesserungen für sich. 15 Prozent befürchten sogar weniger Geld im Portemonnaie.

Erwartet, dass der Beitragssatz zur Gesetzlichen Rentenversicherung bei 2030 auf 21,9 Prozent steigt - bei einem gleichzeitigen Absinken des Rentenniveaus: Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Erwartet, dass der Beitragssatz zur Gesetzlichen Rentenversicherung bei 2030 auf 21,9 Prozent steigt - bei einem gleichzeitigen Absinken des Rentenniveaus: Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund. Foto: Deutsche Rentenversicherung

Am 17. Juni gab der Bundesrat sein OK: Zum 1. Juli dieses Jahres steigt die Rente in Westdeutschland um 4,25 Prozent, im Osten sind es 5,95 Prozent. Es ist die höchste Rentenerhöhung seit 23 Jahren.

Doch die Freude bei Deutschlands Senioren darüber scheint äußerst verhalten zu sein, wie die „Welt am Sonntag“ mit Verweis auf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov, das diese im Auftrag des FinTech-Unternehmens TransferWise durchführte, berichtet: So gaben 48 Prozent der Befragten an, dass die Rentenerhöhung keine großen finanziellen Auswirkungen auf sie haben werde.

15 Prozent gehen zudem davon aus, durch die Rentenerhöhung am Ende sogar weniger Geld im Portemonnaie zu haben, da sie durch die Erhöhung über dem Steuerfreibetrag liegen werden.

Auch zu den finanziellen Lebensumständen der deutschen Rentner macht die Umfrage eine Aussage: So gaben rund 20 Prozent an, zu wenig Geld für den Alltag zu haben, ein Drittel der Befragten hat demnach zu wenig Geld für nicht-alltägliche Ausgaben.  

Die nun zum 1. Juli erfolgende Rentenanpassung werde zu Mehraufwendungen von 6,2 Milliarden Euro führen, erklärte Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund. Dennoch könne der derzeitige Beitragssatz von 18,7 Prozent bis zum Jahr 2020 stabil gehalten werden, teilte Gunkel mit.

Um die Mindest-Nachhaltigkeitsrücklage in der Rentenversicherung einhalten zu können, müsse der Beitragssatz dann voraussichtlich ab 2021 angehoben werden. Bis 2030 sei dann mit einem Anstieg des Beitragssatzes auf 21,9 Prozent zu rechnen, während gleichzeitig das Rentenniveau auf 44,2 Prozent absinken (zuletzt knapp 48 Prozent).

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare