Riester-Rente erreicht Geringverdiener

Berater von Martin Thaler

Der Ruf der Riester-Rente ist schlecht, so mancher Kritiker fordert die vollständige Abschaffung. Nun präsentierte die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen neue Zahlen.

Präsentierte die neuen Zahlen zur Riester-Rente: Christian Amsinck, Vorsitzender der DRV Bund.

Präsentierte die neuen Zahlen zur Riester-Rente: Christian Amsinck, Vorsitzender der DRV Bund. Foto: DRV Bund

Viel Kritik hatte die staatlich geförderte Rieter-Rente zuletzt einstecken müssen – manche zu Recht, manche zu Unrecht. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer betrachtete das Konzept Riester öffentlichkeitwirksam als gescheitert, andere Politiker hielten mit Reformvorschlägen dagegen.

Nun hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), die die Riester-Zulagen verwaltet, neue Zahlen zum Thema vorgelegt und diese zeigen: Riester ist besser als sein Ruf.

So werde die Riester-Förderung zum Großteil von Menschen mit unterdurchschnittlichem Einkommen in Anspruch genommen, erklärte Christian Amsinck, Vorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Bund, am Mittwoch auf der Vertreterversammlung in Bremen. Demnach hätten 63 Prozent der Zulagenempfänger ein Einkommen von unter 30.000 Euro im Jahr, fast 25 Prozent sogar nur ein Einkommen von unter 10.000 Euro, so Amsinck.

Zum Vergleich: Das Durchschnittsentgelt für Beitragszahler der Gesetzlichen Rentenversicherung lag 2012 bei 32.100 Euro im Jahr. Auch die Riester-Daten beziehen sich auf 2012 und sind damit die aktuellsten – Riester-Sparer können ihre Zulagen auch noch mit zeitlichem Verzug beantragen.

Insgesamt seien von 2003 bis 2012 insgesamt 22,9 Milliarden an Zulagen ausgezahlt worden, so die ZfA – im Jahr 2012 seien somit 10,8 Millionen Menschen durch Zulagen beziehungsweise einen steuerlichen Sonderausgabenabzug gefördert worden. Die Mehrheit der Zulagenempfänger (62 Prozent) habe die Zulage in vollem Umfang oder zu 90 Prozent abgeschöpft, wirbt Amsinck.

Bei den Zulageempfängern, die zudem eine Kinderzulage für mindestens ein Kind beantragt haben, ist der Anteil noch höher: Hier beträgt er drei Viertel aller Empfänger. Die volle Summe bekommt man nur, wenn man vier Prozent seines Jahresbruttoeinkommens einzahlt.

„Die Riester-Förderung hat bislang die richtigen Zielgruppen erreicht, wenn auch noch nicht alle“, kommentierte Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, die Zahlen. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare