„Noch nie so hoher Schaden in so kurzer Zeit"

Versicherungen von Martin Thaler

Die Unwetter der vergangenen Wochen werden für die deutschen Versicherer immer teurer. Eine neue Schätzung des Branchenverbandes GDV kommt auf einen versicherten Schaden von 1,2 Milliarden Euro.

Der GDV unter ihrem Präsidenten Dr. Alexander Erdland (Bild) schätzt den durch Unwetter in den letzten Wochen entstandenen versicherten Schaden auf 1,2 Milliarden Euro.

Der GDV unter ihrem Präsidenten Dr. Alexander Erdland (Bild) schätzt den durch Unwetter in den letzten Wochen entstandenen versicherten Schaden auf 1,2 Milliarden Euro. Foto: GDV

Die durch Starkregen verursachten Schäden der vergangenen Wochen werden für die deutschen Versicherer immer teurer und teurer. Nachdem der GDV Anfang Juni die versicherten Schäden durch das Sturmtief Elvira auf 450 Millionen Euro (allerdings nur für Schäden in Baden-Württemberg) geschätzt hatte, legte die Rating-Agentur Fitch wenige Tage später nach.

Nun lag der versicherte Schaden nicht mehr nur im Millionenbereich, sondern wurde auf eine Milliarde Euro geschätzt. Der wirtschaftliche Schaden war indes noch weitaus höher, da deutschlandweit nur ein Drittel aller Immobilienbesitzer über eine Elementarversicherung verfügt. So hatten nach GDV-Angaben viele durch die Fluten betroffene Menschen in den besonders heimgesuchten Ortschaften Simbach am Inn (Bayern) sowie Altenahr (Rheinland-Pfalz) keine entsprechende Elementarschadensversicherung. 

Nun präsentierte der GDV eine aktuelle Schätzung – dieser zufolge haben die schweren Unwetter im Zeitraum vom 27. Mai bis 9. Juni dieses Jahres nun einen versicherten Schaden in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro hinterlassen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 hatten die Sachversicherer insgesamt rund zwei Milliarden Euro für Schäden durch Naturgefahren gezahlt – dieser Wert wurde nun innerhalb von knapp zwei Wochen bereits zu 60 Prozent erreicht.

„Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht“, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, am Donnerstag in Berlin.

Von den 1,2 Milliarden Euro entfallen rund eine Milliarde auf versicherte Häuser, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe und 200 Millionen auf die KfZ-Versicherer.

Unwetter, die wie "Elvira" und "Friederike" für hohe Schäden sorgen, können einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (im Auftrag des GDV) zudem traurige Normalität werden. So kann bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einer Verdoppelung - schlimmstenfalls gar mit einer Verdreifachung - der Schäden durch Überschwemmungen und Hochwasser gerechnet werden.

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