Krankenkassen verbuchen Plus von 400 Millionen Euro

Versicherungen von Martin Thaler

Nach einem Verlust von 169 Millionen Euro im Vorjahresquartal verbuchen die Kassen nun wieder Gewinne. Grund hierfür dürfte aber auch die Erhöhung der Zusatzbeiträge sein.

Sieht die gesetzlichen Krankenversicherungen auf einer soliden finanziellen Grundlage: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Sieht die gesetzlichen Krankenversicherungen auf einer soliden finanziellen Grundlage: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Foto: Bundesregierung/ Henning Schacht

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im 1. Quartal 2016 einen Überschuss von 406 Millionen Euro erzielt – im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 169 Millionen Euro verbucht worden. Dabei verzeichneten sämtliche Kassenarten ein positives Finanzergebnis. Die Finanz-Reserven stiegen somit bis Ende März dieses Jahres auf 14,9 Milliarden Euro. Dies geht aus den vom Bundesgesundheitsministerium an diesem Dienstag veröffentlichten Zahlen hervor.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe kommentierte die Entwicklung folgendermaßen: „Mit 15 Milliarden Finanz-Reserven, stehen die gesetzlichen Krankenkassen auch im Jahr 2016 auf einer sehr soliden Grundlage. Durch Augenmaß bei notwendigen Leistungsverbesserungen sowie mehr Prävention und Strukturverbesserungen machen wir unser Gesundheitswesen zukunftsfest und stärken nachhaltig seine Finanzierbarkeit. Das dient allen Versicherten.“

Insgesamt gesehen standen 55,82 Milliarden Euro an Einnahmen 55,41 Milliarden Euro an Ausgaben gegenüber. Die Ausgaben je Versichertem stiegen um 3,2 Prozent – dies war deutlich weniger als im Vorjahresquartal, als der Zuwachs noch 4,2 Prozent je Versichertem betrug. Die Leistungsangaben stiegen um 3,2 Prozent, die Verwaltungskosten um 3,3 je Versichertem. Allerdings, darauf weist das Gesundheitsministerium selbst darauf hin, handelt es sich bei Ausgaben in vielen Leistungsbereichen um Schätzungen, da Abrechnungsdaten häufig noch nicht vorlägen – die Aussagekraft ist folglich begrenzt.

Kassen erhöhen Zusatzbeiträge

Ein Grund für die verbesserte finanzielle Situation der Kassen dürfte auch in der Erhöhung der Zusatzbeiträge liegen. Zwei Drittel der Kassen haben zum Jahreswechsel ihren Beitrag angehoben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung damals berichtete.   Seit 2015 dürfen gesetzliche Krankenversicherungen individuelle Zusatzbeiträge von den Versicherten erheben – die Beiträge der Arbeitgeber bleiben indes festgeschrieben. Dabei kommt es unter den einzelnen Kassen zu erheblichen Spreizungen – die Zusatzbeiträge liegen zwischen 0 und 1,9 Prozent, wie die FAZ berichtete.

Bei den verschiedenen Kassenarten verzeichneten die AOKen einen Überschuss von 72 Millionen Euro. Die Ersatzkassen konnten einen Gewinn von 206 Millionen Euro verbuchen, die BKKen von 38 Millionen Euro, die IKKen von 33 Millionen Euro. Bei der Knappschaft-Bahn-See stand ein Überschuss von 55 Millionen Euro zu Buche.

 

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