Italien: drastische Herabstufung

Investmentfonds von Silke Gleinig

Die Ratingagentur Moody’s warnt vor der schlechten Wirtschaftslage Italiens. Die Staatsanleihen des Landes werden derzeit nur noch mit „A2“ bewertet. Der Ausblick der Ratingagentur ist negativ, doch Berlusconi scheint unbesorgt.

Moody’s setzte die Kreditwürdigkeit Italiens am Dienstag um gleich drei Stufen, von „Aa2“ auf „A2“, herab – mit negativem Ausblick. „A2“ bedeutet, dass das Anlegen von Geldern in italienische Staatsanleihen zwar sicher ist, jedoch nur, wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse die Wirtschaft des Landes beeinträchtigen. Die Ratingagentur begründete die Herabstufung mit den wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten des Landes. Erst kürzlich hatte S&P die Bonität des Landes herabgestuft. Für das hoch verschuldete Italien hätten sich die Refinanzierungsrisiken verschärft. Sollte die Ungewissheit über die Verfügbarkeit externer Finanzierungsquellen längerfristig anhalten, kann es zu einer deutlichen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit kommen. Die italienische Wirtschaft stehe vor großen strukturellen Herausforderungen, so Moody’s.
Für den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kommt die Herabstufung seines Landes nicht überraschend. In einer ersten Stellungnahme Berlusconis heißt es: „Es wird sich nichts ändern, wir machen weiter wie bisher und arbeiten an Maßnahmen, die das Wachstum fördern.“
Zur Zeit belaufen sich Italiens Schulden auf 1.900 Milliarden Euro. Für das Jahr 2011 erwartet die italienische Regierung ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im nächsten Jahr soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent sinken. Erst für 2013 sieht die Regierung in Rom einen ausgeglichenen Haushalt vor. Die Experten von Moody’s bezweifeln jedoch, dass sich Italien so schnell erholen wird.

Moody’s warnte zudem vor weiteren Herabstufungen anderer Euroländer. Der Druck auf die Kreditwürdigkeit der Länder habe seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Ländern mit der Bestnote „Aaa“, zu denen auch Deutschland gehört, drohe jedoch derzeitig keine unmittelbare Gefahr.

Foto: © PixBox – Fotolia.com

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