Fitch schätzt Schaden auf eine Milliarde Euro

Berater von Martin Thaler

Die Unwetter in Deutschland haben einen Versicherungsschaden von über einer Milliarde Euro hinterlassen, so die Ratingagentur. Der wirtschaftliche Schaden dürfte ungleich höher sein - denn nur knapp ein Drittel aller Betroffenen war entsprechend versichert.

Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu millionenschweren Unwetterschäden.

Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu millionenschweren Unwetterschäden. Foto: obs/Provinzial Rheinland Versicherungen/Staschik, Olaf (OLA)

Die Rating-Agentur Fitch hat den durch die Sturmtiefs "Elvira" und "Friederike" entstandenen versicherten Schaden auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt. Der wirtschaftliche Schaden dürfte indes die Milliardengrenze leicht überspringen, da deutschlandweit nur ein Drittel aller Immobilienbesitzer über eine Elementarversicherung verfügt.

Der nun entstandene Schaden wird laut Fitch das gesamte von der Ratingagentur geschätzte Schadensbudget der Versicherer aufbrauchen, auch wenn Rückversicherungen dies ein wenig abfedern werden. Die Rating-Agentur setzte deshalb die Schätzung für die Brutto-Schaden/Kostenquote für die deutschen Sach- und Unfallversicherer neu an - von 91 auf 94 Prozent. Die Netto-Schaden-Kostenquote stieg von 93 auf 95 Prozent.

Nicht nur im Süden Deutschlands haben die Sturmtiefs „Elvira“ und „Friederike“ schwere Schäden verursacht – auch der Westen Deutschlands blieb von Starkregen und Überschwemmungen nicht verschont. 

Alleine beim Versicherer Provinzial Rheinland wurden bislang 4.800 Schäden gemeldet – das Unternehmen schätzt die Schadenssumme auf bislang 20 Millionen Euro. Besonders betroffen von den Unwettern waren dabei der Niederrhein, der Süden von Bonn mit Grafschaft und Wachtberg sowie das Ahrtal. Hier wurden in kürzester Zeit Niederschlagsmengen von bis 75 Liter Regen registriert.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherer GDV hatte vergangene Woche die zu entschädigenden Unwetterschäden für Baden-Württemberg bekanntgegeben und diese mit rund 450 Millionen Euro beziffert. Die Kosten für die Versicherer waren in Baden-Württemberg besonders hoch, da hier rund 95 Prozent der Immobilienbesitzer über eine Elementarversicherung verfügen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Verbreitung einer solchen Versicherung, die Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen deckt, wesentlich geringer. Hier verfügen nach GDV-Angaben (Stand Juni 2015) gerade einmal 36 Prozent der Immobilienbesitzer über eine solche Absicherung.

In Rheinland-Pfalz war aufgrund schwerer Unwetter das Festival „Rock am Ring“ abgebrochen worden.

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