Ergo streicht Personal drastisch zusammen

Versicherungen Top News von Martin Thaler

2400 Stellen will der Düsseldorfer Versicherer bis 2020 abbauen. Das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen wird eingestellt, zudem soll ein neuer Online-Versicherer gegründet werden.

Verkündete die neue Strategie für Ergo: Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Rieß.

Verkündete die neue Strategie für Ergo: Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Rieß. Foto: Ergo

Die Munich RE greift bei seiner einst schillernden Tochter Ergo durch. Bis 2020 sollen 2400 Vollzeit-Stellen beim zweitgrößten Versicherungskonzern Deutschlands abgebaut werden, berichtet die Wirtschaftswoche. Dies teilte der Vorstandschef Markus Rieß an diesem Mittwoch mit, als er die neue Strategie für das Düsseldorfer Unternehmen vorstellte.

Der Stellenabbau soll dabei vor allem Stellen im Vertrieb betreffen. 565 Arbeitsplätze sollen an anderer Stelle dafür entstehen. Die  Entlassungen sind dabei Bestandteil eines Investitions- und Sparprogramm, bei dem der Versicherer, der in diesem Jahr wohl zum zweiten Mal nacheinander rote Zahlen schreiben wird, rund eine Milliarde investieren möchte – alleine 300 Millionen in diesem Jahr.

Damit soll hauptsächlich die IT des Konzerns modernisiert werden. Zudem soll ein reiner Online-Versicherer gegründet werden, der 2017 mit Billigtarifen an den Start gehen soll.   Das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen wird vollständig eingestellt – stattdessen wird beim Neugeschäft auf kapitalmarktnahe Produkte sowie Risiko-Lebensversicherungen gesetzt. Die sechs Millionen bestehenden Verträge (Ergo Leben und Victoria Leben) sollen abgewickelt werden, jedoch nicht an einen Abwickler verkauft werden.

2017 will der Konzern wieder einen Gewinn ausweisen können. Für 2021 wird ein Gewinn von mehr als 500 Millionen Euro angestrebt.

Wachsen will der Konzern auch im Ausland. In der vergangenen Woche hatte Ergo bekannt gegeben, rund 40 Prozent an der Thaisri-Versicherung in Thailand erworben zu haben.

Für Beschäftigte in der Versicherungsbranche sind es derzeit harte Zeiten. Zuletzt hatten mehrere Versicherer, unter anderem die Zurich und Talanx, bekannt gegeben, Stellen abzubauen.

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