„Elvira“ kommt Versicherungen teuer zu stehen

Versicherungen von Martin Thaler

Der Branchenverband GDV schätzt die zu entschädigenden Schäden auf 450 Millionen Euro. Die Summe könnte letztlich jedoch wesentlich höher ausfallen.

Überschwemmungen richteten insbesondere im Süden Deutschlands schwere Schäden an.

Überschwemmungen richteten insbesondere im Süden Deutschlands schwere Schäden an. Foto: zsv3207 - fotolia.de

Die deutschen Versicherer schätzen den durch das Sturmtief Elvira entstandenen Schaden auf rund 450 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis der vorläufigen Schadenschätzung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In dieser Summe sind neben den Schäden für versicherte Häuser sowie Hausrat auch die für Gewerbebetriebe und kaskoversicherten Autos enthalten.

Letztlich könnten die Kosten für die Versicherer allerdings noch wesentlich höher ausfallen: Denn auch in Bayern kam es infolge von Starkregen zu starken Überschwemmungen – hier ist das Ausmaß noch nicht abzusehen. Noch für diesen Freitag sagten Meteorologen weitere heftige Regenfälle voraus. Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu Überschwemmungen – diese Schäden sind in der heute vom GDV bekanntgegebenen Schadenssumme noch gar nicht enthalten.

Besonders teuer wird es für die Versicherer aufgrund der dichten Verbreitung von Elementarschadenversicherungen in Baden-Württemberg. Obwohl diese seit 1994 nicht mehr verpflichtend ist, haben 95 Prozent aller Immobilienbesitzer eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen, so dass die meisten von Elvira entstandenen Schäden versichert sind. Bundesweit verfügen laut GDV-Angaben nur 40 Prozent der Immobilienbesitzer über eine solche Versicherung.

Der GDV gibt weiter an, dass 99 Prozent aller Gebäude problemlos gegen Elementarschäden versicherbar sei – eine Zahl, die von Maklern immer wieder in Zweifel gezogen wird. Ein Bericht des Recherche-Kollektivs Correctiv stellte indes die Probleme einiger Versicherter dar, denen nach einem Starkregen-Ereignis die Elementarschadenversicherung gekündigt worden war.

Die Versicherungswirtschaft stellt sich allgemein auf weiter steigende Schadenssummen ein. Eine im Jahr 2011 veröffentliche Studie von Versicherer und Klimaforschern kam zu dem Ergebnis, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einer Verdoppelung – je nach Szenario sogar mit einer Verdreifachung – der Schäden gerechnet werden muss.

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