„Warum wir gegen das dagegen sind“

Versicherungen von Martin Gräfer

Die Riester-Rente ist umstritten: Vor der Bundestagswahl 2017 bringen sich Gegner und Befürworter in Position. Warum die Debatte in ihrer jetzigen Form ärgerlich ist, kommentiert für procontra Martin Gräfer, Vertriebsvorstand der Bayerischen.

Ärgert sich über die derzeitige Form der Riester-Debatte: Martin Gräfer, Vertriebschef der Bayerischen. Foto: Bayerische

Ob Politik oder Ökonomie, Sie werden mir zustimmen: Pauschalieren hat die Welt noch nie vorangebracht. Umso mehr ärgert mich die leidige Diskussion um die Riester-Rente;  und noch mehr, wie sie geführt wird. Medien und Politik stoßen stetig in das gleiche populistische Horn, skandieren weit mehr Vorurteile als Argumente gegen das weltweit erfolgreichste staatliche Altersvorsorgeprogramm.

Mit traurigen Resultaten: verunsicherte Verbraucher, Zunahme der Gefahr massenhafter Altersarmut und Schädigung der Volks- und Privatwirtschaft. Der Zyniker ruft: Bravo. Ich nicht.

Was wollen Politiker entfachen, wenn sie ziellos eine Revision oder gar Einstellung der Riester-Rente fordern? Was möchte Andrea Nahles erreichen, außer, dass vielleicht irgendwann ein neues oder aufgewärmtes Rentenkonstrukt ihren werten Namen trägt? Was treibt einen Gregor Gysi, wenn er vor dem Plenum eklektische, über den Kamm geschorene Schreckensvisionen projiziert, um sich anschließend im digitalen Bad der Menge via soziale Netzwerke viral feiern zu lassen?

Welchem journalistischen Ethos frönen einschlägige Medien, wenn sie ausgerechnet in der Niedrigzinsphase den Menschen unreflektiert das Sparen miesreden wollen, wenn es doch gerade dann sinnvoll und logisch wäre, noch mehr zurückzulegen? Wann hören wir endlich mit den Plattitüden auf?

Wir sind gegen das dagegen, weil die Riester-Rente als eine der drei zentralen Säulen der Altersvorsorge weiter alternativlos bleibt. Wir sind gegen das dagegen, weil das Riestern sich vielleicht nicht für alle, aber nach wie vor für sehr viele Menschen rechnet. Wir sind gegen das dagegen, weil über 16 Millionen Bürgerinnen und Bürger einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben und wir strikt ablehnen, diese Menschen nun, nach wenigen Jahren, ökonomisch zu entblößen.

Und wir sind gegen das dagegen, weil wir wollen, dass unsere Volkswirtschaft auch in einer alternden Gesellschaft einer  lebenswerten Zukunft entgegensehen kann. Und weil wir auch mit weiter reduziertem Rechnungszins eine konkrete Chance für funktionierende und rentable Tarife sehen.

Was wir uns stattdessen wünschen? Zumindest einen intelligenten, fundierten Dialog auf Augenhöhe. Darum unterstützen wir als Versicherer die Initiative www.proriester.de. Vorbeischauen lohnt sich. Auch für Gegner. Wir würden uns freuen.

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