Wann ist Honorarvergütung überhaupt zulässig?

Recht & Haftung Top News von Lasse Conradt

Für viele Makler gewinnt die Honorarvergütung an Bedeutung - vor allem im Rahmen von Servicevereinbarungen. Doch ist eine solche überhaupt zulässig? Mit dieser Frage beschäftigt sich Rechtsanwalt Lasse Conradt in einem Gastbeitrag.

Wann ist Honorarberatung eigentlich rechtlich zulässig, erklärt Rechtsanwalt Lasse Conradt.

Wann ist Honorarberatung eigentlich rechtlich zulässig, erklärt Rechtsanwalt Lasse Conradt. Foto: fotogestoeber - fotolia.de

Schon seit längeren zur Debatte steht die Möglichkeit für Versicherungsmakler, sich von Kunden die Dienstleistungen unmittelbar über ein Honorar vergüten zu lassen. Die Thematik nimmt aber nicht allein deswegen wieder Fahrt auf, da es für Versicherungsmakler aufgrund eines höheren Wettbewerbs und eines allgemeinen unruhiger werdenden Marktumfeldes immer attraktiver wird, neben der bloßen Versicherungsvermittlung auch andere Dienstleistungen für den Kunden anzubieten – etwa durch sogenannte „Servicevereinbarungen“.

Diese Abhandlung soll sich demgemäß mit der grundsätzlichen Möglichkeit befassen, ob ein Versicherungsmakler überhaupt eine andere Vergütung außer Provisionen erhalten darf. Ein Argument, mit dem solche Modelle regelmäßig als unzulässig abgelehnt werden, ist die Auslegung des § 34d Abs. 1 Satz 4 GewO, nach der ein Versicherungsmakler allein „Dritte, die nicht Verbraucher sind, bei der Vereinbarung Änderungen oder Prüfungen von Versicherungsverträgen gegen ein gesondertes Entgelt rechtlich beraten“ darf.

Kundeninteresse spricht gegen pauschale Unzulässigkeit

Heißt dies nun im Umkehrschluss, dass Honorarvereinbarungen mit Verbrauchern generell unzulässig sind? Um das Ergebnis an dieser Stelle vorwegzunehmen: Nein, dies kann nicht pauschal für alle Honorarvereinbarungen mit Verbrauchern gelten. Dagegen spricht schon das Kundeninteresse, dass bei einigen Konstellationen schon seit einiger Zeit eine andere Vergütungsmethode notwendig gemacht hat.

So ist am Beispiel der Nettopolicen schon rechtliche Praxis, dass hier eine Betreuung des Kunden auf Honorarbasis erfolgt, da entsprechende Versicherungsverträge eben ohne Einrechnung einer Vermittlerprovision in die Versicherungsprämie abgeschlossen werden. Es wäre somit schon unverständlich, aus dem zuvor zitierten § 34d Abs. 1 Satz 4 GewO ein generelles Verbot von Honorarvereinbarungen herzuleiten, wenn dies doch tatsächlich alltägliche Praxis in anderen Bereichen ist.

Vielmehr war Absicht des Gesetzgebers beim Entwurf dieser Norm, Missverständnissen bei der Vermittlung von bAV-Verträgen vorzubeugen. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass auch das Provisionsmodell letztendlich vom Endkunden getragen wird, der die entsprechenden Vermittlerprovisionen ja über die Versicherungsprämie „mitträgt“ und somit seinem Makler indirekt vergütet.

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