Rente: Starke Unterschiede bei der Kaufkraft

Berater von Martin Thaler

Wer sich im Alter mehr leisten will, ist stark von seinem Wohnort abhängig. Denn die Kaufkraft der Renten variiert um bis zu 50 Prozent, wie eine Prognos-Studie zeigt. Wo es besonders teuer und wo günstig ist.

Bei der Kaufkraft der Rente gibt es bundesweit große Unterschiede.

Bei der Kaufkraft der Rente gibt es bundesweit große Unterschiede. Foto: GDV

Rente ist nicht gleich Rente. Und damit sind nicht nur die Unterschiede zwischen Mann und Frau (Deutschland ist der OECD-Staat mit dem höchsten Rentengefälle zwischen Mann und Frau) oder zwischen Ost- und Westdeutschen gemeint. Ganz entscheidend ist nämlich, welche Kaufkraft die jeweilige Rente aufweist. Und das unterscheidet sich von Region zu Region, wie nun eine Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ zeigt.

Dabei variiert die Kaufkraft der Renten um bis zu 50 Prozent. Während im Bundesdurchschnitt für Miete, Strom, Kleidung und Lebensmittel rund 1000 Euro gezahlt werden müssen, sind es am teuersten Standort Deutschlands – der bayrischen Landeshauptstadt München – bereits 1300 Euro. Sowieso Bayern: Im Süden der Republik ist es für Rentner besonders teuer – gleich sieben der zehn teuersten Altersruhesitze liegen laut Prognos in Bayern. Hier sind die Kosten meist zwischen 15 und 30 Prozent teurer als im Bundesdurchschnitt.

Auch abseits von Bayern sind die Kosten im Süden hoch: 40 der 50 teuersten Kreise befinden sich in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.

Kein Ort ist günstiger als Holzminden

Wesentlich günstiger ist es dafür in der niedersächsischen Provinz – im Kreis Holzminden, südlich von Hannover. Hier – an Deutschlands günstigstem Altersruhesitz – müssen Rentner für die oben genannten Dinge nur 860 Euro zahlen – 13,7 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Allgemein scheint Niedersachsen für Rentner erschwinglich – zehn der 50 günstigsten Kreise befinden sich hier. Das günstigste Bundesland ist allerdings Sachsen-Anhalt: In elf von 14 Landkreisen liegen die Lebenserhaltungskosten um mehr als zehn Prozent unter Bundesdurchschnitt.

„Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort“, sagt Prognos-Chefökonom Michael Böhmer. Hauptgrund für das Preisgefälle sind vor allem die Wohnkosten, die insbesondere in den Metropolen rasant ansteigen. „Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen“, so Böhmer.

"7 Jahre länger" ist eine Initiative der Deutschen Versicherer (www.gdv.de). Diese hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden.

Die interaktive Deutschlandkarte finden Sie hier.

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