HanseMerkur nimmt Fuß vom LV-Gas

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Unternehmen bewertet das Umfeld für Lebensversicherungen weiter als unattraktiv und steuert aktiv dagegen. Erste Effekte werden vermeldet

Foto: HanseMerkur_Hauptverwaltung in Hamburg

Die HanseMerkur zieht Konsequenzen aus den aktuellen Rahmenbedingungen und will vorerst die Leben-Sparte auf Standby setzen. „Momentan sehen wir kein gutes Umfeld für das Lebengeschäft, sodass wir den vertrieblichen Fokus auf die Kranken-, Reise- und Kompositsparte verlagern“, berichtet Heinz-Gerhard Wilkens, Leiter der Unternehmenskommunikation im procontra-Gespräch. Die Lebensparte bleibt dennoch elementarer Bestandteil der Gruppe. So will man demnächst zusammen mit der Advigon Versicherung eine neue BU-Police auf den Markt bringen.

Neugeschäft rückläufig
Die 2015er-Zahlen im Neugeschäft bestätigen das Zurückfahren. Die Bruttoneugeschäftsquote sank deutlich auf 8,5 Prozent nach 19,4 % (2013) und 18,1 % (2014). Die Bruttoneugeschäftsquote berücksichtigt nur die tatsächlich neu eingelösten Versicherungsscheine. Mehrbeiträge durch Dynamiken, also bestehender Verträge, bleiben außen vor.

 

Auch der Neuzugang an laufenden Beiträgen halbierte sich nahezu. Hingegen steigerte sich das Einmalbeitragsgeschäft um rund 50 Prozent. 302 Millionen Euro kamen neu als Einmalbeitrag rein. Damit stand dieses Geschäft für stolze 62 Prozent des gesamten Neuzugangs. 2013 waren es noch 23 Prozent. Wilkens empfindet diese Entwicklung als ungesund: „Der Entwicklung der Einmalbeiträge wirken wir aktiv entgegen und haben das Produkt deutlich unattraktiver gemacht. Der Effekt ist bereits im ersten Quartal 2016 deutlich“, berichtet Wilkens von zurückgehenden Einmalbeiträgen.

 
Alle Kennzahlen der deutschen Lebensversicherer in einer Studie


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