Düstere Aussichten für Versicherer

Investmentfonds Top News von Stefan Terliesner

Staatsdefizite sollen durch die Geldpolitik tragfähig gemacht werden, so M.M. Warburg. Was das für die Renditen von Anleihen bedeutet.

Schlechte Aussichten für Versicherer

Schlechte Aussichten für Versicherer, meint Warburg mit Blick auf Rendite-Erwartungen aus Anleihen. Fotolia / lassedesignen

Bisher war Geldanlage ein Kinderspiel. Wer vor 25 Jahren als Portfoliomanager einer Versicherung, Pensionskasse oder Stiftung mit der Aufgabe betraut wurde, ein großes Vermögen mit ruhiger Hand und langem Anlagehorizont in einem globalen Multi-Asset-Portfolio zu verwalten, konnte rückblickend keine großen Fehler machen. Diese Meinung vertritt das Bankhaus M.M Warburg & Co in einer aktuellen Publikation.

Weiter heißt es dort: „Die meisten Aktienmärkte erzielten in den letzten 25 Jahren eine p.a.-Rendite von über sieben Prozent (abgesehen von Japan), und auch die Rentenmärkte wiesen in ihrer Breite (von Staatsanleihen zu High-Yield-Anleihen) eine Wertentwicklung von durchschnittlich etwa sieben Prozent auf, wenn man von Wechselkurseffekten abstrahiert. Deutlich geringere p.a.-Renditen als sieben Prozent ließen sich am Rentenmarkt überhaupt nur erzielen, wenn die Duration und damit die Restlaufzeit der investierten Anleihen deutlich reduziert worden wäre, was bei einem sehr langfristigen Investitionshorizont aber per Definition keinen Sinn gemacht hätte.“

Goldenes Zeitalter

Das Bankhaus hat zahlreiche Multi-Asset-Portfolios generiert, die alle in der Vergangenheit exakt so hätten existieren könne. Das Ergebnis: Es gab seit Anfang der 1990er Jahre nur einen sehr losen Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko. So konnte etwa eine p.a.-Rendite von im Durchschnitt sieben Prozent mit extrem hohen, aber auch vergleichsweise niedrigen Risiken erwirtschaftet werden, heißt es in dem Bericht mit der Überschrift „Das Ende des goldenen Zeitalters“. „Leider“, so die Autoren, „können diese Ergebnisse nicht einmal im Ansatz für die Zukunft fortgeschrieben werden. Vor allem auf der Seite der Anleihen liegen die zu erwartenden Renditen für lange Zeit signifikant unter den Werten, die in der Vergangenheit beobachtet werden konnten. Aktuell liegt beispielsweise die Rendite für Bundesanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit bei 0,2 Prozent, während sie vor 25 Jahre bei 8,3 Prozent lag. Auch bei US-Staatsanleihen mit gleicher Restlaufzeit ist die Rendite in diesem Zeitraum von über acht Prozent auf unter zwei Prozent gefallen.“

Seite 1: Das Ende des goldenen Zeitalters
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