Check24: BVK-Mitglieder verzichten auf Erstinformation

Berater Top News von Michael Fiedler

BVK vs Check24: Der Streit geht offenbar in eine neue Runde. Check24 wehrt sich gegen die BVK-Vorwürfe. Der Verband fordere etwas ein, das selbst die eigenen Mitglieder nicht einhalten. Was gemeint ist.

Michael Heinz BVK-Präsident

Muss er keine Erstinformation angeben? Michael Heinz BVK-Präsident. Bild: procontra

Regeln gelten für alle Marktteilnehmer. So hatte BVK-Präsident Michael Heinz argumentiert, als der Verband Klage wegen unlauterem Wettbewerb beim Landgericht München einreichte.

Der Vorwurf: Check24 würde Verbraucher darüber im Unklaren lassen, dass es sich um einen Versicherungsmakler handelt. „Dabei werden aber die gesetzlichen Anforderungen für Versicherungsvermittler nicht eingehalten“, ließ sich Michael Heinz seinerzeit zitieren.

In einer dpa-Meldung heißt es, der BVK fordere Dinge, die er selbst nicht einhalte.
Dieser Vorwurf von Check24 richtet sich nicht gegen den Verband als solchen. Vielmehr stellt Check24 fest, dass die gesetzlichen Anforderungen an Makler selbst von BVK-Mitgliedsunternehmen nicht immer eingehalten würden.
Pikant: Selbst bei BVK-Präsident Michael Heinz fehlt die Erstinformation auf der Webseite. Dort findet sich (überprüft am 02.05.2016, 15 Uhr) lediglich ein Impressum.

Die Informationen, die im Impressum dargelegt werden, entsprechen zwar jenen der Erstinformation. Doch letztere muss dem Versicherungsnehmer beim ersten Geschäftskontakt in Textform auf einem dauerhaften Datenträger zugänglich gemacht werden.
Während E-Mails diesen Ansprüchen genügen können, gilt es ausdrücklich nicht für das Zugänglichmachen der Informationen über einen Link. Denn, so argumentiert u.a. die IHK-Berlin, der Empfänger habe dabei nicht die Möglichkeit, die Informationen so zu speichern, dass er auf sie während einer angemessenen Dauer zugreifen könne. Ebenso sei nicht sichergestellt, dass keine einseitige Änderungsmöglichkeit des Inhalts durch den Erklärenden besteht (vgl. EuGH, Urteil vom 05.07.2012, C -49/11).

procontra konfrontierte Michael Heinz und den BVK mit den Vorwürfen. In einer ersten Stellungnahme äußerte der BVK, dass die Vorwürfe, die Check24 erhebt, nichts mit dem aktuellen Prozess zu tun haben.  

Im Gegensatz zu Check24 nimmt Versicherungsmakler Michael Heinz keine Vermittlung via Internet vor. Die Vermittlung erfolge ausschließlich im stationären Vertrieb.  

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