Wie bAV gestärkt werden kann

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Was die Forscher empfehlen

Zum Forschungsauftrag gehörte es auch, aus den erkannten Problemen, konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten.
So raten die Wissenschaftler, eine gesetzliche Verpflichtung zu einem Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung (Neuzusagen) zu schaffen. Dadurch würde der Arbeitnehmer vorab für seine erhöhte Abgabenlast durch KVdR und PVdR in der Leistungsphase entschädigt, heißt es im Gutachten.
Weiterer Effekt: Die durch die Entgeltumwandlung reduzierten Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung würden „in etwa“ kompensiert.
Eine intensive und dauerhafte Kommunikation dieses Regelungszweckes sei anzuraten, damit dieser Zusammenhang von den betroffenen Arbeitgebern und Beschäftigten erkannt wird.

Da die Verbreitung von bAV bei KMU mit weniger als 20 Mitarbeitern am geringsten ist, empfehlen die Wissenschaftler zusätzliche Fördermaßnahmen. Im Stile des Investitionsabzugsbetrags (§ 7g EStG) solle ein „bAV-Abzugsbetrag“ eingeführt werden.
Die Empfehlung sieht vor, dass es kleinen Unternehmen ermöglicht wird, neben dem Betriebsausgabenabzug jährlich die Hälfte der Beiträge zur bAV außerbilanziell gewinnmindernd von der steuerlichen Bemessungsgrundlage abzuziehen. Der bAV-Abzugsbetrag wird für Zuwendungen nach § 3 Nr. 63 EStG an externe Versorgungsträger und unabhängig davon gewährt, ob es sich um arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanzierte Beiträge handelt. In den Folgejahren nach Inanspruchnahme des Abzugsbetrags wird über einen vordefinierten Zeitraum, z.B. fünf Jahre, ebenfalls außerbilanziell eine ratierliche erfolgserhöhende Hinzurechnung des in Anspruch genommenen Abzugsbetrags zur steuerlichen Bemessungsgrundlage vorgenommen.

Arbeitnehmerförderung verbessern

Die zweite Empfehlung der Wissenschaftler sieht vor, dass die Arbeitnehmerförderung im Rahmen der bAV verbessert wird.
Die Umsetzung könne über eine verbesserte Riester-Förderung erfolgen. Denn „die von der Kinderzahl abhängige und mit dem Sonderausgabenabzug verzahnte Zulagenförderung ermöglicht eine großzügige und zielgenaue Förderung von Gering- und Niedrigverdienern“, schreiben die Forscher.
Bedingung: Die „ökonomisch nicht zu rechtfertigende Doppelverbeitragung der Riester-geförderten bAV“ muss beseitigt werden.

Dafür könnten entweder:

  • die Beiträge zu einer Riester-geförderten bAV in der Anwartschaftsphase

oder

  • die Leistungen in der Rentenphase sozialversicherungsfrei gestellt werden.

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