Talanx: Stellenabbau im Vertrieb

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Bei der HDI Vertriebs AG soll Personal abgebaut werden. Diese Kehrseite der Digitalisierung beschäftigt auch Gewerkschaften.

Bis 2020 sollen über 300 Mitarbeiter der HDI Vertrieb AG ihren Schreibtisch räumen. Fotolia / Andrey Popov

Generali, Signal-Iduna, Zurich, Hallesche oder eben HDI aus dem Talanx-Konzern: sie stehen exemplarisch für den Abbau von Personal bzw. die Schließung von Standorten.
Am Mittwoch teilte der Talanx-Konzern mit, dass mit dem Betriebsrat Gespräche über den Stellenabbau bei der HDI Vertriebs AG aufgenommen wurden. Konkret geht es um 330 Arbeitsplätze, die bis 2020 wegfallen sollen. Derzeit sind bei der HDI Vertriebs AG 1000 Menschen beschäftigt.
Auch bei der HDI Kundenservice AG werden Jobs gestrichen: bis 2020 werden 600 Stellen abgebaut. Die Gespräche dazu starteten im November.

Modernisierung der IT auf Kosten der Mitarbeiter?

„Der Direktvertrieb über Onlinekanäle wird weiter zunehmen. Zugleich brauchen Kunden für beratungsintensivere Produkte auch künftig einen persönlichen, hochqualifizierten Ansprechpartner“, sagte Dr. Jan Wicke, Vorstand Privat- und Firmenversicherung bei Talanx im Februar.
Vom Stellenabbau aber auch durch weitere „organisatorische und IT-bezogene Maßnahmen“ erhofft sich der Konzern allein im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Kostensenkungen um 240 Mio. Euro bis 2020.
Im gleichen Zeitraum will Talanx insgesamt rund 300 Mio. EUR in die Modernisierung des Geschäftsbereichs investieren.

Stellenabbau beschäftigt Gewerkschaft

„Der Stellenabbau zieht sich wie ein roter Faden durch die Versicherungsunternehmen in den letzten Wochen und Monaten“, so Thomas Kreismer von der Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG) gegenüber procontra.
Häufige Gründe seien neben Umstrukturierungen auch Fusionen und das Auslagern von Tätigkeiten (Kernkompetenz eines Versicherungsunternehmens).
Der Gewerkschaftsfunktionär geht davon aus, dass sich die Digitalisierung („Insurance factory“) stark auf die Branche auswirken wird. Veränderte Arbeitsabläufe, neue Produkte und die „interaktive Beziehung zwischen Kunden und Versicherer“ würden zu signifikanten Veränderungen, neuen Vertriebswegen und Berufsbildern führen.

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