Sparer vertrauen weiter auf Riester

Berater von Martin Thaler

Die Politik diskutiert derzeit die Abschaffung der Riester-Rente, deren Befürworter warnen vor einer Verunsicherung der Sparer. Davon ist aber bislang nichts zu spüren.

Der politischen Diskussion zum Trotz: Die Nachfrage nach der Riester-Rente bleibt unverändert.

Der politischen Diskussion zum Trotz: Die Nachfrage nach der Riester-Rente bleibt unverändert. Foto: DDRockstar - fotolia.de

Es waren Worte, die zumindest in den Medien hohe Wellen schlugen. Anfang April hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Riester-Rente für gescheitert erklärt. Da nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung privat vorsorge, sollte Riester abgewickelt werden, so Seehofers Meinung. Stattdessen solle der Staat das gesetzliche Rentenniveau anheben.

Die heftigen Reaktionen auf seine Aussage dürfte Seehofer einkalkuliert haben: Die Themen Altersarmut und Rentenreform standen auf der politischen Agenda plötzlich ganz oben, ganz Deutschland diskutierte das Thema Rente. Während Seehofer auf der einen Seite großen Zuspruch bekam, warnten die Riester-Befürworter vor einem „groben Vertrauensbruch“ gegenüber den Sparern.

"Zusatz-Rente ist unverändert beliebt"

Von mangelndem Vertrauen bzw. Verunsicherung im Bezug auf das Thema Rente bei den Sparern ist indes nichts zu spüren – zumindest nach Angaben der Versicherer. Neun von diesen (Allianz, Axa, Barmenia, Debeka, Ergo, Generali, Gothaer, Hanse Merkur, Union Investment) hatte die Bild-Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe befragt, das Ergebnis: „Die Zusatz-Rente ist unverändert beliebt.“

So gab die Allianz gegenüber der Bild an: „Bei Allianz Leben ist die Nachfrage nach Riester auch im April 2016 unverändert.“ In den ersten vier Monaten des Jahres hätten 15.000 Kunden einen Riester-Vertrag abgeschlossen – so viele wie 2015.

Die Debeka verzeichnete nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2016 sechs Prozent mehr neue Verträge als im Vorjahreszeitraum. Bei der Barmenia hieß es: „Die aktuelle politische Diskussion, die Herr Seehofer angestoßen hat, hat auf das Riester-Renten-Geschäft der Barmenia Lebensversicherung derzeit keine Auswirkungen.“ Auch Axa, Ergo, Union Investment, Generali, Gothaer und Hanse-Merkur erklärten, dass sie keinen Rückgang bei Riester-Verträgen beobachten könnten.

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