PKV: Rückstellungen erreichen 219 Milliarden Euro

Versicherungen von Stefan Terliesner

Der PKV-Verband legte Zahlen vor: Demnach lag die Nettoverzinsung der Alterungsrückstellungen im Schnitt bei 3,7 Prozent. Wie sich die Anzahl der vollversicherten Personen entwickelt hat und wo Wachstum erwartet wird.

Die PKV hat kräftig Rückstellungen gebildet. Fotolia / djama

Die privaten Krankenversicherer haben im Jahr 2015 weitere 12,8 Milliarden Euro für die Versicherten an die Seite gelegt. Das ist ein Plus von 6,2 Prozent. Damit erreichen die Alterungsrückstellungen insgesamt 219 Milliarden Euro. Von diesem Betrag entfallen 30 Milliarden Euro auf die private Pflegeversicherung. Mit der Maßnahme trage die PKV Vorsorge, „dass die Versicherten älter werden und im Alter der Bedarf an Gesundheitsleistungen steigt, sagte PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach bei der Vorstellung des Zahlenwerks für 2015.

Steigende Ausgaben erwartet

Die Anbieter rechnen also mit in Zukunft steigenden Ausgaben. Um dennoch die Beiträge der Versicherten möglichst stabil zu halten, fließt insbesondere in den ersten Jahren nach Abschluss einer Versicherung ein relativ hoher Anteil des Beitrags in die Alterungsrückstellungen. Hinzu kommen am Kapitalmarkt erzielte Erträge der Versicherer. Die Nettoverzinsung lag im Berichtszeitraum im Branchendurchschnitt bei 3,7 Prozent.

Die Gesamtzahl an Versicherungen in der PKV stieg 2015 auf insgesamt 33,56 Millionen Voll- und Zusatzversicherungen. Während der Bestand in der Krankheitsvollversicherung um 0,5 Prozent auf 8,79 Millionen Personen fiel, verzeichneten die Zusatzpolicen einen Zuwachs um 1,7 Prozent auf 24,77 Millionen. Die Zahl der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen stieg um 22,4 Prozent auf 683.500 Verträge. Die Zahl der ungeförderten Pflegezusatzpolicen wuchs um 4,2 Prozent auf 2,59 Millionen, berichtet der PKV-Verband.

Höhere Beiträge wegen zusätzlicher Leistungen

Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2015 um 1,4 Prozent auf 36,82 Milliarden Euro. 34,62 Milliarden Euro entfallen auf die Krankenversicherung – ein Plus von 0,9 Prozent. In der Pflegeversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 9,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Grund dafür ist laut PKV-Verband das erste Pflegestärkungsgesetz: Die Pflegeleistungen wurden deutlich ausgeweitet und somit auch die Beiträge erhöht.
Die Versicherungsleistungen stiegen 2015 um 4,1 Prozent auf 25,81 Milliarden Euro. Auf die Krankenversicherung entfallen 24,86 Milliarden Euro (+ 4 Prozent), auf die Pflegeversicherung 0,95 Milliarden Euro (+ 8 Prozent). 

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