Patienten scheuen digitale Angebote

Berater Digital von Martin Thaler

Smartwatches & Co. scheinen für viele Menschen noch kein Thema. Der Grund: Angst um ihre Daten. Mit den Leistungen ihrer Krankenversicherungen sind die meisten jedoch laut Angaben einer neuen PwC-Studie zufrieden.

Sogenannte Wearables, wie beispielsweise eine Smartwatch, werden von vielen mit Skepsis betrachtet. Foto: Kaspars Grinvalds

Besseren Service, kundenfreundlichere Öffnungszeiten, aber nicht unbedingt digitale Angebote: Hierauf legen Patienten in Deutschland Wert bzw. keinen Wert. Dies ergab das neueste Healthcare-Barometer, das die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC) an diesem Montag veröffentlichte.

Hierfür hatte PwC 1000 Leute ab 18 Jahren zu Themen aus dem Gesundheitsbereich befragt.   Insbesondere das Digitalisierung scheint von vielen Patienten mit Skepsis betrachtet zu werden. „Im Moment überwiegt bei Patienten noch die Skepsis, dass ihre persönlichen Daten im Zuge der Digitalisierung missbraucht werden könnten. Wer möchte schon, dass Dritte bestens über den eigenen Gesundheitszustand im Bild sind?“, erklärte PwC-Experte Michael Burkhart.

Rund die Hälfte aller Befragten hatte in diesem Zusammenhang Ängste vor Datenmissbrauch geäußert. Hieran habe auch das neue E-Health-Gesetz nichts geändert, dass Standards für eine sichere digitale Kommunikation im Gesundheitswesen vorgibt, so Burkhart.  

Sogenannte Wearables, also Smartwatches, Apps oder Fitnessbänder, spielen demzufolge auch nur für wenige Menschen eine Bedeutung. Gerade einmal 17 Prozent der Befragten gaben an, solche „neuen Medien“ zu nutzen. Erst vergangene Woche hatten die Datenschutzbehörden von Bund und Ländern gewarnt, dass einige Dienste „erhebliche Sicherheitsdefizite“ aufwiesen, so dass Unbefugte sich Zugriff auf die Gesundheitsdaten verschaffen könnten.  

Weitere Erkenntnisse der PwC-Studie: 89 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit dem Leistungskatalog ihrer Krankenversicherung zufrieden seien, elf Prozent verneinten dies. Das waren genauso viele wie noch im Jahr zuvor.  

Auf die Frage, ob sie von ihrer Versicherung alle nötigen Leistungen bekämen, antworteten 79 Prozent der Befragten mit „Ja“. Das waren zwar ein Prozent weniger als im Vorjahr, jedoch immer noch die große Mehrheit.  

Diejenigen, die mit „Nein“ geantwortet hatten, gaben als Hauptgrund den mangelhaften Leistungskatalog als Begründung an – unabhängig davon, ob sie über die GKV oder PKV versichert waren.   Demzufolge scheint auch die Bereitschaft gering, sich mit einer privaten Zusatzversicherung auszustatten.

61 Prozent aller Umfragenteilnehmer gaben an, dass sie über keine private Zusatzversicherung verfügten – genauso viele wie im vergangenen Jahr. 27 Prozent verfügten über eine private Zusatzversicherung, zwölf Prozent gaben an, privat versichert zu sein.

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