Bremst Datenschutz Big Data?

Versicherungen von Michael Fiedler

Big Data – das Erheben und Auswerten riesiger Datenmengen zählt zu den Hoffnungsträgern der Versicherungsbranche. Doch die Versicherer nutzen Big Data zu zögerlich. Ein möglicher Grund: ungeklärte Fragen beim Datenschutz.

In Sachen IT hat die Versicherungsbranche Nachholbedarf - das erschwert die Nutzung von Big Data (Symbolbild). Fotolia / stickasa

Versicherer verbinden mit Big Data die Hoffnung, tiefgreifende Einblicke in das Verhalten von Verbrauchern zu erhalten. Die Fülle der Daten wird eine präzisere Risikobewertung zur Folge haben.

Das Erheben von Daten ist für Versicherer nichts Neues. Doch die gesammelten Informationen werden an unterschiedlichen Stellen erhoben, müssen also zusammengeführt und analysiert werden, um Entscheidungen daraus abzuleiten.

Das fällt vielen Versicherern offenbar nicht leicht. Erst kürzlich attestierte Ex-Zurich-Vorstand Prof. Zeidler der Branche einen enormen Nachholbedarf in Sachen IT. Man müsse weg vom „Runenklopfen“, sagte er auf einer Veranstaltung in Potsdam.

Weitere Problemfelder wurden vor Jahreswechsel auf der Fachkonferenz „Datenschutz in der Assekuranz“ der Versicherungsforen Leipzig angesprochen. Der Datenschutzbeauftragte der Ergo Direkt Versicherungen, Malte-Michael Kaspar, sieht u.a. in der Umsetzung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung eine der größten Herausforderungen für die Branche in den kommenden Jahren.

Die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) gilt ab 2018. Ein Aspekt: Neue Regeln für die Bestellung betrieblicher Datenschutzbeauftragter gelten auch für kleine und mittelständische Unternehmen, teilte der Berufsverband der Datenschutzbeauftragen Deutschlands (BvD) e.V. mit. Der Verband veröffentlichte am 06. April eine deutschsprachige Arbeitsfassung der vollständigen EU-Datenschutzgrundverordnung.

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