Aufsicht warnt vor Telematik-Tarifen

Versicherungen Top News von Stefan Terliesner

Bafin-Präsident Hufeld: In der Krankenversicherung besteht das Risiko, dass der Gedanke des kollektiven Versicherungsschutzes „atomisiert werden könnte“.

Telematik höhlt den Versicherungsgedanken aus, warnt Bafin-Präsident Hufeld © frank-beer.com / BaFin

Die Finanzaufsicht Bafin warnt vor einer Erosion des Kollektivgedankens in der Assekuranz infolge der Digitalisierung. Mit Hilfe von am Körper tragbaren Computern (Wearables) könnten Versicherer Beiträge der Kunden besser berechnen und entsprechend abstufen, erklärte laut einem Bericht der Börsen-Zeitung Bafin-Präsident Felix Hufeld am Mittwoch auf der Alternative Investor Conference. Es bestehe das Risiko, dass der Gedanke des kollektiven Versicherungsschutzes „atomisiert werden könnte“. Wenn etwa in der Krankenversicherung junge Versicherungsnehmer mit kostengünstigen Tarifen belohnt würden, drohe Älteren die Gefahr, dass sie nicht mehr wie bisher auf die Solidarität des Kollektivs zählen könnten. Dies könnte langfristig „schwere soziale Verwerfungen“ nach sich ziehen.

Auf die Möglichkeit einer solchen Entwicklung hatte procontra bereits in dem Artikel „Die Vermessung des Kunden“ in Ausgabe 6/2015 hingewiesen. Der Versicherer Generali plant für Juli die Einführung eines Telematik-Tarifs in der Risikolebensversicherung und in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Ob das „Vitality“ genannte Programm auch in der Krankenversicherung eine Zukunft hat, wird nach Hufelds Äußerungen zumindest ungewisser. Die Allianz hat gegenüber procontra bereits betont, dass Telematik und PKV nicht zusammen passen.

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