700.000 Euro: Warum Makler vor dieser Zahl zittern

Berater von Martin Thaler

Ein Bericht zur kommenden IDD hält sich hartnäckig: Maklern drohen bei Verstößen Strafen in Höhe von 700.000 Euro. Was es jedoch wirklich hiermit auf sich hat, erklärt Rechtsanwalt Norman Wirth.

Ein Gerücht zur IDD sorgt bei Maklern momentan für Sorgen.

Ein Gerücht zur IDD sorgt bei Maklern momentan für Sorgen. Foto: K.-P. Adler - fotolia.de

Die Europäische Versicherungsaufsicht hat kürzlich die ersten Erläuterungen zur IDD (Insurance Distribution Directive) vorgelegt, die bis spätestens zum 23. Februar 2018 in nationales Recht umgesetzt worden sein muss. Auch in Deutschland wird momentan stark diskutiert – insbesondere das Thema Sanktionen steht dabei bei vielen Maklern im Blickpunkt.

Denn Gerüchte besagen, dass selbst kleinste Verstöße mit drastischen Strafen geahndet werden. So drastisch, dass die Existenz der Makler auf dem Spiel steht. Insbesondere der Artikel 33 Absatz 2 IDD lädt zu wilden Spekulationen ein. Dieser sieht bei Verstößen gegen die Informationspflichten und Wohlverhaltensregeln empfindliche Geldbußen vor, bei natürlichen Personen Geldbußen in Höhe von „mindestens 700.000 Euro und maximal das Zweifache der infolge des Verstoßes erzielten Gewinne bzw. verhinderten Verluste“.

Droht dem Makler also beim kleinsten Fehler nun das Aus? „Nein“, sagt Rechtsanwalt Norman Wirth. „Das hat der europäische Gesetzgeber so nicht gewollt. Würde es doch bedeuten, dass schon bei einer fehlerhaften oder vergessenen Kundenerstinformation oder einem kleiner Fehler bei der Beratung die wirtschaftliche Existenz des Vermittlers ruiniert wäre.“

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