Indexpolicen vs klassische Rentenversicherungen

| Indexpolicen | Top News von Oliver Lepold

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Indexpolicen bieten stets eine 100-prozentige Bruttobeitragsgarantie. Im Unterscheid dazu bieten klassische Rentenversicherungen einen Höchstrechnungszins von derzeit 1,25 Prozent auf die Sparbeiträge. Beide Anlageformen investieren die Überschussbeteiligung (ÜB) in einen Index oder in Investmentfonds.

Bei den klassischen Rentenversicherungen werden nur die Überschüsse in die vom Kunden gewählten Investmentfonds investiert. Das Vertragsguthaben verbleibt im sicheren Deckungsstock des Versicherers. Bei Indexpolicen partizipiert aber aus Sicht des Kunden das gesamte Deckungskapital am Index. Das liegt an der Konstruktion der Indexpolicen, welche die Beteiligung am Index nicht direkt sondern über das Instrument der Optionen vornimmt und dadurch eine Hebelwirkung erzielt.

Hierzu ein Zahlenbeispiel: Kunde A investiert 10.000 Euro in ein klassisches Fondsprodukt mit Überschussbeteiligung an Fonds. Kunde B steckt die gleiche Summe in eine Indexpolice. Nehmen wir an, die Überschussbeteiligung beträgt 3 Prozent und die Performance von Fonds beziehungsweise Index liegt vergleichbar bei 10 Prozent.

In beiden Fällen steht die Überschussbeteiligung in Höhe von 300 Euro zur Investition am Kapitalmarkt zur Verfügung. Kunde A erhält 10 Prozent auf seine in Fonds angelegte ÜB gutgeschrieben und hat am Ende 10.000 Euro Guthaben plus 300 Euro ÜB plus 30 Euro (10 Prozent von 300 Euro) Performance-Gewinn, also 10.330 Euro als Gesamtguthaben zu Buche stehen. Bei Kunde B hingegen greift die Indexpartizipation über Optionen, denn die 300 Euro sind in einer 100-prozentigen Indexbeteiligung für das Vertragsguthaben angelegt. Bei einer Wertentwicklung von 10 Prozent erhält Kunde B demnach 10 Prozent mal 10.000 Euro = 1.000 Euro gutgeschrieben. Seine Indexpolice weist am Ende des Jahres ein Gesamtguthaben in Höhe von 10.000 + 1.000 = 11.000 Euro aus.

Kurz: Aus Sicht des Versicherers wird die Überschussbeteiligung bei klassischen Rentenversicherungen in Fonds investiert, bei Indexpolicen mit Wahlrecht in eine Option. Aus Kundensicht ist er damit bei den klassischen Produkten nur über die Überschüsse am Fonds und damit dem Kapitalmarkt beteiligt. Bei Indexpolicen hingegen hat der Kunde den Eindruck, sein gesamtes Vertragsguthaben wird entsprechend verzinst.

Auf diese Weise hebeln Indexpolicen die Renditechancen. Ein weiteres Plus im Vergleich: bei Indexpolicen kann sich ein einmal erreichtes Guthaben nicht mehr verringern, da es jährlich gesichert wird. Dies ist bei klassischen Rentenversicherungen mit Überschussbeteiligung sehr wohl möglich, wenn sich die gewählten Fonds dauerhaft rückläufig entwickeln. Das Fondsguthaben wird nicht in den sicheren Deckungsstock überführt und kann somit Schwankungen unterliegen. Auch auf lange Laufzeit gesehen besteht ein gewisses, wenn auch geringes Risiko einer Wertminderung.

Schließlich bieten Indexpolicen eine besondere Wahlfreiheit für Kunden. Jedes Jahr kann der Versicherungsnehmer selbst entscheiden, ob er am Index partizipieren will oder mit den Überschüssen in die sichere Verzinsung gehen möchte. Bei einer klassischen Rentenversicherung mit Überschussbeteiligung hat der Versicherungsnehmer keine Wahl: er muss stets in die gewählten Investmentfonds investieren.

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