Vorsicht bei Beratung im virtuellen Raum

| Berater von Stefan Terliesner

Fotolia / moravaldes

Immer mehr Vermittler setzen auf digitale Kommunikation. Dabei muss die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen gewährleistet sein, sonst droht ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit.

Immer mehr Vermittler digitalisieren ihr Büro. Die Cura Versicherungsvermittlung zum Beispiel hat jetzt eine die Video-Kommunikation eingeführt und damit „einen wichtigen Schritt in die virtuelle Beratungswelt“ vollzogen. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung berichtet, ergänzt das Programm ein bestehendes elektronisches Beratungs-, Analyse- und Verkaufswerkzeug. Dem Text zufolge erwarten Kunden von ihren Versicherungspartnern digitale Kommunikationsangebote. Aus diesem Grund habe man einen neuen Weg in der Kundenberatung einschlagen. Die neu eingesetzte Software vereine die Funktionen des gesamten Vertriebsprozesses – von der Terminierung, über Videoberatung bis hin zur digitalen Signatur. Damit ergänze das Tool die Vor-Ort-Kundenberatung.

Anfahrt zum Kunden entfällt

Für Vertriebspartner stelle der Einsatz der Onlineberatung eine Effizienzsteigerung dar. So entfielen beispielsweise zukünftig bei der Beratung von onlineaffinen Kunden, die das neue Angebot nutzen, Anfahrtszeit und Anfahrtskosten. Die Online-Kommunikation mit den Kunden finde in einem geschützten virtuellen Raum statt, der die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sicherstellt. Jegliche Kommunikation sei verschlüsselt und die Speicherung von Daten erfolge ausschließlich auf deutschen Servern, teilt Cura mit.

Vorsicht bei Unterschriften auf Pad und Tablet

Allerdings: Vermittler, die einen ähnlichen Weg beschreiten, müssen bedenken: Verträge, die mittels Touch-Eingabe auf einem Tablet unterzeichnet wurden und in welchen auch personenbezogene Daten verarbeitet werden, sind nicht mit dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) vereinbar. Hierauf weist Malte Engeler vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein auf Anfrage des Branchendienstes Versicherungsbote hin. Bei Unterschriften auf dem Pad oder Tablet handele es sich nicht um schriftliche Erklärungen, da es dem Display an der Fähigkeit fehle, Schriftzeichen dauerhaft festzuhalten. Auch seien derartige Unterschriften keine qualifizierten elektronischen Signaturen im Sinne des Signaturgesetzes, die allein die eigenhändige Unterschrift ersetzen könne. Entsprechende Verstöße gegen das BDSG führten allerdings nicht zwingend zur Unwirksamkeit der Verträge, sondern hätten lediglich Aufsichtsverfahren und/oder Ordnungswidrigkeiten-Verfahren zur Folge.

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