Vier Krankenversicherer planen Joint Venture

| Versicherungen | Top News von Stefan Terliesner

Vier Krankenversicherer wollen enger zusammenarbeiten, um die Beiträge stabiler zu halten. Fotolia / puhhha

Anmeldung beim Bundeskartellamt. Zusammenarbeit würde mehr Marktmacht gegenüber Pharmaunternehmen und Krankenhäusern bedeuten. Sinkende Kosten für stabilere Beiträge.

Makler bekommen demnächst vielleicht ein gutes Argument an die Hand, wie sie wieder mehr PKV-Vollpolicen an die Frau oder den Mann bringen können: Geringere Kosten der Anbieter und damit die Aussicht auf stabilere Beiträge der Versicherten. Die Krankenversicherer Signal, Barmenia, Hallesche und Gothaer haben beim Bundeskartellamt die Genehmigung eines Gemeinschaftsunternehmens im Bereich des Leistungsmanagements angemeldet. Einen entsprechenden Bericht der Börsen-Zeitung bestätigten zwei der genannten Krankenversicherer auf Anfrage. Bei den Wettbewerbshütern hieß es dazu: „Die Anmeldung zu dem Vorhaben ist bei uns eingegangen. Die Prüfungsfrist läuft allerdings noch nicht, da die Anmeldung nicht alle notwendigen Informationen enthielt.“ 

Novum in der Branche

Die Gründung eines solchen Joint Ventures wäre ein Novum in der Branche. Gemeinsam hätten die Krankenversicherer mehr Marktmacht gegenüber Pharmaunternehmen, Ärzten und Krankenhäusern. Ein besseres Kostenmanagement wird zu einem immer wichtigeren Thema in der Assekuranz. Die PKV-Anbieter stehen unter Druck, um steigende Beiträge zu vermeiden. Aktuell kommt es zum Beispiel bei der DKV in vielen Tarifen zu Beitragssteigerungen. Auch aufgrund des Dauerzinstiefs an den Kapitalmärkten könnte es in der Branche verstärkt zu Beitragssprüngen kommen - sehr zum Ärger der überraschten Versicherten und zum Ärger der Makler, die die Anpassung ihren Mandaten erklären müssen. In der Printausgabe 03/2015 hat procontra unter der Überschrift „Ruhe vor dem Beitragssturm“ ausführlich über die Problematik berichtet.

Vor diesem Hintergrund plädieren immer mehr PKV-Anbieter für mehr Flexibilität in der Kalkulation und bei der Festsetzung der Beiträge – statt eines Beitragssprung alle paar Jahre, seien mehrere kleine Anpassungen wünschenswert. Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Alternativ oder ergänzend können die Versicherungsunternehmen ihre Kosten senken. Genau diesen Weg beschreiten nun offenbar die vier Krankenversicherer mit ihrem Plan für ein Gemeinschaftsunternehmen.

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